Asylunterkunft - Dorfverein Wimbern verweist nach Meschede

Die leerstehende Veramed-Klinik in Meschede könnte nach Ansicht des Dorfvereins Meschede für Asylbewerber zur Verfügung stehen.
Die leerstehende Veramed-Klinik in Meschede könnte nach Ansicht des Dorfvereins Meschede für Asylbewerber zur Verfügung stehen.
Foto: WP
Der Dorfverein Wimbern wehrt sich gegen die Einrichtung einer zentralen Asylbewerber-Unterkunft in dem ehemaligen Krankenhaus in Wickede-Wimbern. Stattdessen könne doch die leerstehende Veramed-Klinik in Meschede genutzt werden. Innenminister Jäger sieht das nicht so.

Meschede/Wickede.. Der politische Streit über die Einrichtung eines zentralen Heims für 500 Asylbewerber in Wickede-Wimbern verschärft sich. Nachdem der Gemeinderat in Wickede einen Beschluss gegen die Umwandlung des ehemaligen Marienkrankenhauses gefasst hat, drohte der Dorfverein Wimbern dem Land mit einem jahrelangen Rechtsstreit. Gleichzeitig schlug der Verein als Alternative die leerstehende Veramed-Klinik in Meschede vor. Innenminister Ralf Jäger sagte unserer Zeitung, dass „er am Standort Wimbern festhält“.

Weil die Bezirksregierung Arnsberg einen fünfjährigen Mietvertrag für die Klinik in Wimbern geschlossen hatte, lud die Gemeinde Jäger für ein geplantes Gespräch am 30.Januar empört wieder aus. „Ich stehe nach wie vor zur Verfügung“, sagte Jäger. Der Bürgermeister von Meschede, Uli Hess, hält eine Umnutzung der seit 2009 leerstehenden, privaten Veramed-Klinik zu einem Asylbewerberheim „für sehr unwahrscheinlich“. Die gesamte Infrastruktur in dem Gebäude sei nicht mehr vorhanden, sagte Hess.

Für Hannelore Kraft sei es "an der Zeit, Farbe zu bekennen"

Die 850-Einwohner-Gemeinde Wimbern fühlt sich aber von den erwarteten 500 Asylbewerbern überfordert. In Schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Regierungspräsident Gerd Bollermann und Innenminister Jäger verwies der Verein „Dorf Wimbern“ darauf, dass die einsam am Wald liegende, ehemalige Klinik in Meschede „für einen Appel und ein Ei“ zu kaufen und hervorragend für eine zentrale Unterbringung zu nutzen sei.

Für Ministerpräsidentin Kraft sei es „an der Zeit, Farbe zu bekennen“. Die Bürgerinitiative warnte davor, „gegen den erklärten Widerstand der Bevölkerung“ ein Asylbewerberheim in Wickede-Wimbern einzurichten. „Wollen Sie wirklich zulassen, dass die Bezirksregierung Arnsberg durch ihr Handeln die Existenz der Kindertagesstätte und des Altenheims infrage stellt, wenn sich eine genauso gut geeignete Immobilie in fast gleicher Entfernung von Arnsberg befindet?“, fragt die Initiative in dem Schreiben an Kraft.

Sprunghafter Anstieg der Asylbewerberzahlen

Die leerstehenden Kliniken in Meschede und Wickede sind mit rund 120 Betten vergleichbar. Minister Jäger hatte gut 100 Liegenschaften in NRW für eine Verwendung als ­zen­trales Asylbewerberheim neben Hemer, Dortmund, Neuss, Schöppingen und Bielefeld prüfen lassen. Wegen des schlechten Zustands oder mangelnder Größe anderer Gebäude hatte sich Jäger für Wimbern entschieden. Die weitere Einrichtung ist wegen des sprunghaften Anstiegs der Asylbewerberzahlen notwendig.

 
 

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