Angebote von Bürgern für Bürger

Jürgen Kortmann
Sie sind zuversichtlich, dass die Einrichtung eines „Bürgertreffs“ oder „Bürgerhauses“ gelingen wird: Anne Hemme (links) und Angela Hoppe
Sie sind zuversichtlich, dass die Einrichtung eines „Bürgertreffs“ oder „Bürgerhauses“ gelingen wird: Anne Hemme (links) und Angela Hoppe
Foto: WP
Ein „Bürgertreff“ wird kommen – ob unter dem Namen „Bürgerhaus“ oder als „Mehrgenerationenhaus“ ist zweitrangig. Zwei Projektwerkstätten aus den Mescheder „Stadtgesprächen“ arbeiten an der Umsetzung. Bis zur nächsten Sitzung im Mai wollen sie ein Konzept vorlegen, wie die Finanzierung aussehen kann. Der neue Treff soll zentrale Anlaufstelle rund ums Ehrenamt und Sammelstelle für alle Freiwilligendienste in Meschede werden.

Meschede.  Ein „Bürgertreff“ wird kommen – ob unter dem Namen „Bürgerhaus“ oder als „Mehrgenerationenhaus“ ist zweitrangig. Zwei Projektwerkstätten aus den Mescheder „Stadtgesprächen“ arbeiten an der Umsetzung. Bis zur nächsten Sitzung im Mai wollen sie ein Konzept vorlegen, wie die Finanzierung aussehen kann. Der neue Treff soll zentrale Anlaufstelle rund ums Ehrenamt und Sammelstelle für alle Freiwilligendienste in Meschede werden.

Zunächst zwei Räume will die Evangelische Gemeinde dafür in ihrem Gemeindehaus an der Christuskirche vermieten. Noch im Sommer, so Pfarrer Hans-Jürgen Bäumer bei einem Treffen aller Beteiligten, soll die Umgestaltung dort beginnen. Die Gemeinde plant in ihrem Gebäude, unabhängig von einem „Bürgerhaus“, ohnehin einen neuen offenen Seniorentreff für Meschede.

„Es gibt so viele Nachfragen von Leuten, die sich engagieren möchten, die aber nicht wissen, an wen sie sich wenden können“, meint Angela Hoppe, eine der Initatorinnen. Dazu kommt eine fehlende Vernetzung, stellt ihre Mitstreiterin Anne Hemme fest: Allein für Senioren gebe es schon 40 Angebote, „aber viele kennen sie gar nicht.“ Das soll sich ändern. Deshalb steht die Einstellung eines Ehrenamtskoordinators, ob stundenweise oder hauptamtlich, ganz oben als Ziel. Er soll als Lotse Angebote vermitteln.

Bei dem Treffen wurden weitere kunterbunte Wünsche deutlich, was alles im „Bürgerhaus“ geschehen sollte – und was bisher in der Kreisstadt fehlt: Eine Börse für Leih­omas/-opas, Kurse, in denen Männer eine häusliche Krankenpflege erlernen, Integrationshelfer mit Fremdsprachenkenntnissen, Hilfen beim Verstehen von Amtsdeutsch, eine Börse für Ältere, die Hilfe beim Einkauf brauchen, eine Galerie, in der jeder ausstellen könnte. Die Angebote sollen von Bürgern für Bürger sein. Das verdeutlicht die Idee einer Tauschbörse: „Du mähst mir den Rasen, dafür helfe ich dir bei den Hausaufgaben“, sagt Angela Hoppe.

Es gibt schon Freiwillige, die sich einbringen wollen. Das Sozialwerk St. Georg würde in einem geplanten kleinen Café mithelfen, Einkaufshelfer stellen können, täglich von 8 bis 15 Uhr Vorleseangebote anbieten wollen, das Fensterputzen und die Grünflächenpflege am Bürgerhaus erledigen. Die Diakonie bietet ein „Demenz-Café“ an, andere Freiwillige würden sich in einer Hausaufgabenhilfe und einer Bücherbörse engagieren. Manfred Breider vom Seniorenbeirat ist begeistert: „Die Wünsche zeigen, dass wir ein Bürgerhaus brauchen, und die Talente zeigen, dass es Bürger gibt, die sich das zutrauen, ein Bürgerhaus zu führen. Wir treten hier was los.“