Allergene - Behörde kündigt Kontrolle von Speisekarten an

Auch diese Lebensmittel müssen jetzt als Allergene  gekennzeichnet werden: Mehl, Eier, Senf und Nüsse. Das Kreisveterinäramt überwacht die gesetzliche Vorschrift.
Auch diese Lebensmittel müssen jetzt als Allergene gekennzeichnet werden: Mehl, Eier, Senf und Nüsse. Das Kreisveterinäramt überwacht die gesetzliche Vorschrift.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Senfsamen, Nüsse, Eier - viele Allergene müssen auf Speisekarten gesondert aufgeführt werden. Noch haben nicht alle Restaurants dies umgesetzt.

Meschede.. Seit einem halben Jahr müssen Gastronomen auf Speisekarten neben Zusatzstoffen auch Allergene ausweisen. Das Veterinäramt des Hochsauerlandkreises überwacht diese Regelung. Bislang gab es dazu lediglich eine Beschwerde aus der Bevölkerung - sie blieb ohne Folgen, denn der betreffende Gastronom aus Meschede nutzt ein gesetzliches Schlupfloch.

Je mehr Zahlen und Buchstaben auf einer Speisekarte stehen, desto kritischer sollten Kunden hinschauen. Diese Faustregel gilt, seit die Pflicht zur Veröffentlichung von bestimmten Stoffen besteht. Neben Hinweisen wie „mit Farbstoff“, „mit Süßungsmittel“ oder „mit Geschmacksverstärker“ finden sich jetzt auch Angaben zu Schalenfrüchten oder Sulphiten neben den Gerichten. Der Gesetzgeber will auf diese Weise jene schützen, die Allergien und Unverträglichkeiten haben - und ganz nebenbei erlaubt er teilweise einen Einblick in die Kochkunst der Gastronomen.

Viele Speisekarten sind noch nicht auf dem geforderten Stand

„Wer mit frischen Zutaten kocht und natürliche Gewürze verwendet, der wird - unabhängig von Allergenen - viele Zusatzstoffe nicht benötigen“, sagt Dr. Norbert Alberter vom Kreisveterinäramt. Er warnt jedoch vor einem Irrglauben: Nur weil kein Buchstaben- und Ziffernsalat auf der Speisekarte herrscht, heißt es im Umkehrschluss nicht, dass nur natürliche Produkte verwendet werden. Mit Hefeextrakten lässt sich allerlei tricksen und die müssen nicht ausgewiesen werden. Auch müssen nicht alle Zusatzstoffe ausgewiesen werden. Der Veterinär rät daher dazu, auch aktiv nachzufragen, was in der Küche verwendet wird.

Bei ihren Kontrollen stellt das Veterinäramt immer noch fest, dass es manche Restaurants und Gaststätten ihre Speisekarten nicht an die neuer gesetzliche Regelung angepasst haben. Einer Beschwerde aus der Bevölkerung musste die Behörde jetzt in Meschede nachgehen: Dort hat ein Gastronom nur eine einzige Speisekarte mit den Allegenen und Zusatzstoffen bestückt - und sie kann nur auf Nachfrage eingesehen werden. Die Einschätzung des Veterinäramts lautet jedoch: Das Vorgehen ist rechtens. „Es reicht aus, wenn eine Karte zur Verfügung steht. Auch da gilt: Die Gäste sollten gezielt danach fragen“, rät Dr. Alberter.

Weitere Kontrollen angekündigt

Die Behörde kündigte weitere Kontrollen für die nächste Zeit an. Sie nimmt auch Beschwerden aus der Bevölkerung entgegen, sei es zu unkorrekt ausgezeichneten Speisekarten oder zu hygienischen Problemen: veterinaeramt@hochsauerlandkreis.de oder 0291 / 94-0.

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