150 000 Euro Spenden für neuen Küppelturm

Freienohl..  Jetzt liegt die erste konkrete Summe vor, was ein neuer Küppelturm kosten wird: 455 000 Euro. Auch das ist noch eine Schätzung – sie dient aber jetzt als Grundlage für den politischen Grundsatzbeschluss, den der Mescheder Stadtrat im Dezember treffen muss: Soll das marode Wahrzeichen von Freienohl durch einen neuen Aussichtsturm ersetzt werden? Am Donnerstag befasst sich der Bezirksausschuss in Freienohl damit (17 Uhr, Feuerwehrhaus).

Viele Unterstützer benötigt

Für die Stadt Meschede wäre das Vorhaben eine neue freiwillige Leistung – die angesichts der angespannten finanziellen Haushaltssituation schwer zu vermitteln ist. Um es trotzdem zu ermöglichen, schlägt die Stadtverwaltung den Politikern deshalb eine ungewöhnliche Finanzierung vor: Bezahlt werden sollen die 455 000 Euro für den neuen Küppelturm aus drei verschiedenen Quellen – üblich sind klassischerweise nur zwei, nämlich Gelder aus dem städtischen Haushalt einerseits und Fördergelder des Landes andererseits.

Diese beiden Standbeine gibt es auch diesmal: 200 000 Euro werden aus Fördermitteln der Bezirksregierung erhofft, mit 105 000 Euro will sich die Stadt beteiligen.

Die große Herausforderung ist die dritte Säule: Die fehlenden 150 000 Euro müssten als Spenden an die Stadt geworben werden. Und sie müssten schon früh, nämlich noch bevor die Bauarbeiten ausgeschrieben werden, eingenommen werden. Lassen sich dafür so viele Unterstützer finden – nicht nur aus Freienohl? Das wird die spannende Frage sein. Die Freienohler haben gerade erst durch ihre Spendenbereitschaft ein anderes Riesenprojekt gestemmt, den Bau des Kunstrasenplatzes.

Turm wird bis August 2017 beseitigt

Für die Stadt Meschede fallen auf jeden Fall weitere 35 000 Euro an, um den maroden jetzigen Küppelturm abzubauen. Der Rückbau ist unabhängig von einem Neubau: Der Küppelturm wird definitiv beseitigt, auch wenn die 150 000 Euro an Spenden nicht gesammelt werden. Spätestens am 31. August 2017 soll der jetzige Turm beseitigt sein – „zwingend“, schreibt die Stadtverwaltung dazu: „Das ist ein klares Signal“, sagt Fachbereichsleiter Heinz Hiegemann. Die Stadt Meschede steht in der Verkehrssicherungspflicht. Hiegemann verweist darauf, dass die tragenden Pfosten von außen zwar tragfähig aussehen, Überprüfungen innen hätten aber gezeigt, dass sie im Grunde nur noch aus Holzmehl bestehen – die Einsturzgefahr ist akut. Deshalb ist der Turm weiträumig abgesperrt. Die Stadt hat dafür eigens so viele neue Bauzäune anschaffen müssen, dass der Turm notfalls innerhalb dieses gesicherten Bereichs einstürzen könnte. Das ist eine ausdrückliche Auflage des Versicherers der Stadt, des Gemeindeversicherungsverbandes.

Trotzdem: Es gibt immer noch Lebensmüde, die die Abzäunung aufhebeln und offenbar auf den Turm steigen. „Ich kann jede Woche jemanden dorthin schicken, der die Zäune wieder richtet“, so die Erfahrung von Heinz Hiegemann. Deshalb gilt: Der alte Turm muss weg – und dann auch zügig.

 

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