Zwischen Raum, Farbe und Form

Melanie Balsam-Parasole und Karolin Schwab stellen im Museum Katharinenhof Kranenburg aus.
Melanie Balsam-Parasole und Karolin Schwab stellen im Museum Katharinenhof Kranenburg aus.
Foto: NRZ
Museum Katharinenhof Kranenburg zeigt erste gemeinsame Ausstellung der beiden jungen Künstlerinnen Karolin Schwab und Melanie Balsam-Parasole

Kranenburg.  Melanie Balsam-Parasole und Karolin Schwab beschränken sich auf das Wesentliche und bringen Farbe in eine Form. Beide Künstlerinnen sehen sich als Malerinnen, beide zeigen ihre Arbeiten in einer gemeinsamen Ausstellung im Museum Katharinenhof in Kranenburg. Titel: „Your square ist my circle. Your circle ist my square“.

Auf diese wenigen Eckpunkte lassen sich die Gemeinsamkeiten im Werk der beiden Frauen spontan bringen. Bei eingehender Betrachtung entdeckt der Besucher, dass und wie Schwab und Balsam-Parasole mit den Räumen arbeiten. Wie gut ihre Arbeiten in den Räumen des Museums platziert miteinander und aufeinander wirken und wie sie miteinander korrespondieren. So liegt der gelbe Kreis wie gefaltet an der Wand, als würde die Farbe sich dort anlehnen. „Mir sind Form und Perspektive wichtig“, erklärt Karolin Schwab, „Farbe spielt bei mir keine vorrangige Rolle.“ Deshalb sei der Kreis sei so platziert, dass er auf das Licht im Raum reagieren könne. Nebenan zeigt die 1987 in Stralsund geborene Künstlerin an der Wand hängende, schwarze und rosafarbene Kreise, denen – wie unvollendet – etwas fehlt. Der Raum, in dem sie ausstelle, so Schwab, sei für sie keine Hülle, sondern Teil der Arbeit. „Wir haben unsere Werke sorgfältig gehängt und sind auf die Gegebenheiten des Raums eingegangen.“

Fließend sind bei ihr wie auch bei Balsam-Parasole die Grenzen zwischen Skulptur, Installation und Malerei. Beide bewegen sich in einer Art Grauzone.

Melanie Balsam-Parasole zeigt in Kranenburg einige ihrer changierend oder durchscheinend bemalten, meist quadratischen Farb-Installationen. „Mir geht es um die Farbe“, sagt die 1974 in Böblingen geborene Künstlerin, „auch wenn die Bildträger bisweilen wuchtig erscheinen mögen.“ Was ich festlegen kann“, erklärt sie über den experimentellen Charakter ihrer Werke, „ist die Form.“ Alles andere entstehe im Prozess des Malens.

Der Titel der Ausstellung spielt mit der Auseinandersetzung beider Künstlerinnen mit der Form als großem Ganzen. „In jedem Kreis steckt doch schließlich ein Quadrat und umgekehrt“, erklärt Karolin Schwab.

Die Kranenburger Ausstellung ist das erste gemeinsame Projekt der jungen Künstlerinnen. Neben den zwölf gezeigten Werken schufen die beiden auf Wunsch des Museums noch eine kleine Edition. Die Werkschau wird morgen um 11 Uhr eröffnet.

Melanie Balsam-Parasole studierte von 2004 bis 2009 Malerei an der freien Akademie der bildenden Künste in Essen bei Stephan Schneider und Wolfgang Hambrecht. Sie war Meisterschülerin bei Stephan Schneider und Wolfgang Hambrecht. Karolin Schwab studierte u.a. von 2008 bis 2011 English and Fine Art an der Universität Greifswald. Seit 2015 ist sie an der Universität der Künste Berlin (University of the Arts Berlin) in der Klasse von Ai Weiwei.

 
 

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