Zukunft des 1.FC hängt am seidenen Faden

Der Vorsitzende des 1.FC Kleve Uwe Dönisch Seidel muss sich Sorgen machen. Foto: thorsten lindekamp / WAZ FotoPool
Der Vorsitzende des 1.FC Kleve Uwe Dönisch Seidel muss sich Sorgen machen. Foto: thorsten lindekamp / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Kleve. Der 1. FC Kleve steckt tief in der Bredouille. Diesmal geht es nicht um Auf- oder Abstieg, sondern um drohende Insolvenz. Denn der Verein hat aktuell einen Liquiditätsbedarf von 1,2 Millionen Euro.

Drei Bausteine könnten das Problem lösen -- zwei sind durch Finanzierungszusagen abgearbeitet. Aus dem der NRZ vorliegenden Gutachten der thp Treuhandpartner Krefeld, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit geprüft hat, geht hervor, dass zwei Vorstandsmitglieder des FC sich jeweils zur Zahlung von 100 000 Euro verpflichten.

Baufirma will
Forderungen stunden

Eine mit dem Stadionbau beauftragte Firma will ihre Forderungen von 180 000 Euro stunden. Außerdem hat die an der Hoffmannallee 53 ansässige Firma Grundinvest Kleve Gmbh (früher Business Club Gmbh) dem Verein ein Darlehen in Höhe von 250 000 Euro gewährt. Sollten davon 100 000 zurückgezahlt werden, will Grundinvest auf den Rest des Darlehens verzichten. Zur Rückzahlung des 100 000-Euro-Darlehns wurde die „Sonnenschein GbR“ gegründet. Dieser Kredit soll erst gewährt werden, wenn das gesamte finanzielle Konzept steht. Außerdem fließen 20 Jahre von den Stadtwerken jährlich 9000 Euro für die Nutzung des Tribünendaches in die Vereinskasse.

Ferner liegt die Zusage der Volksbank Kleverland über einen Kredit in Höhe von 574 000 Euro zur Finanzierung des Fertigbaus der Volksbank-Arena vor. Die Bank macht das allerdings vom 3. Baustein abhängig. Zitat aus dem Gutachten: „Die Stadt Kleve als Grundstückseigentümerin bestellt zugunsten des 1. FC Kleve ein Erbbaurecht an dem Stadion-Grundstück, welches die Laufzeit von 50 Jahren nicht unterschreitet. Die Volksbank-Arena wird dann mittels Eintragung einer Grundschuld auf dieses Erbbaurecht belastet.“

Das ist für die Stadt mit erheblichen Risiken behaftet. Sie würde von eigenen Nutzungen des Grundstücks weitgehend ausgeschlossen. Nicht nur das: Im Falle der Insolvenz des Vereins würde das Erbbaurecht in die Insolvenzmasse fallen und wäre damit einer Verwertung und Nutzung durch Dritte zugänglich. Kämmerer Willibrord Haas wollte dazu gestern keine Stellung nehmen. Nur soviel: Die Verwaltung habe dazu eine klare Meinung, die sie nächste Woche den Fraktionsvorsitzenden vorstellen werde.

„Wir werden jetzt Überzeugungsarbeit leisten und mit den Fraktionen sprechen“, kündigte Lukas Verlage, Vorsitzender des FC-Verwaltungsrates an. Denn nur durch den Baustein Erbbaurecht seien die Zukunft des Vereins und die Fertigstellung des Stadions gesichert.

 
 

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