Ziel: auf eigenen Beinen zu stehen

Die Jugendhilfeeinrichtung Borgardtshof ist eröffnet. Dabei waren v.l. Jennifer Cremers, Maximilianl, Sabine Seelen, Kevin, Bürgermeisterin Gabi Theissen, Leiter der Einrichtung Christian Zschiedrich, Rene und Sozialpädagogin Sandra Lenders.
Die Jugendhilfeeinrichtung Borgardtshof ist eröffnet. Dabei waren v.l. Jennifer Cremers, Maximilianl, Sabine Seelen, Kevin, Bürgermeisterin Gabi Theissen, Leiter der Einrichtung Christian Zschiedrich, Rene und Sozialpädagogin Sandra Lenders.
Foto: WAZ FotoPool
Jugendhilfeeinrichtung Borgardtshof ist jetzt „herzlich willkommen in Goch“.Sie ist „ist darauf angewiesen, dass sie gute Nachbarn hat“

Nierswalde/Pfalzdorf..  „Hier ist es schöner und größer und zentraler. Ich bin zu Fuß in einer Dreiviertel Stunde in Goch und in zwei Stunden in Kleve“, sagt Robin. Im neuen T-shirt, neuer Jeans, neuen Schuhen empfing er gestern freudig seine erste Pflegefamilie und zeigte ihr sein Zimmer in der Jugendhilfeeinrichtung Borgardtshof. Ein großes Publikum nahm gestern die Einladung an, um sich am offiziellen Eröffnungstag umzusehen.

„Ohne Zweifel braucht die Gesellschaft Einrichtungen wie den Borgardtshof .... wo an anderer Stelle die Türen für die Jugendlichen zu sind“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Gabi Theissen. „Typisch Gocher zurückhaltende Skepsis“ sei nun überwunden. Nach Diskussionen auch im Rat, nach öffentlichen Vorbehalten, die endlich verstummt oder wenigstens leiser geworden seien, wolle man das Haus und seine Bewohner in Pfalzdorf „verankern“. Das sei „jede Mühe wert“, „den Kindern eine Zukunft zu ermöglichen.“ Pragmatisch spare das der Gesellschaft auch Folgekosten. „Ich sage öffentlich: Herzlich willkommen hier bei uns in Goch“.

Drei Jahre gekämpft

Drei Jahre gekämpft hatten Vertreter des Trägers Kaiserswerther Diakonie um dieses Haus, erzählte der Bereichsleiter ambulante Hilfen, Thomas Pütz. Sein Dank ging hausintern an Cornelia Tiffert, den Einrichtungsleiter Christian Zschiedrich und Wilfried Jacobs, den Anwalt mit Herz.

Pfarrer Klaus Riesenbeck, Sprecher des Vorstandes der Kaiserswerther Diakonie, brachte eine weiße Sitzbank und ein handgefertigtes Wand-Kreuz mit zur Einweihung: „Gott ist auch da, wo Menschen Schwieriges und Leid erleben“. Er appellierte: „Die Jugendhilfeeinrichtung ist darauf angewiesen, dass sie gute Nachbarn hat“. Bewohner und das Team aus Erzieher/innen, Therapeuten, Psychologen „werden alles daran setzen, dass es gelingt“.

Zwei der Jugendlichen trauten sich vor die Menschenmenge. „Ich war früher nicht einfach“, lächelte Severin. „Aber der Weg hat sich gelohnt. Ich habe die Schule geschafft und fange im August meine Ausbildung an“. Und seit Christian Zschiedrich die Einrichtung leite, „läuft alles nach Regeln und strukturiert“, versicherte er den Skeptikern.

„Wir danken den Beteuern, das sie niemals den Glauben an uns aufgegeben haben, dass wir es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte Severin. „Ohne sie hätte ich es nicht so weit geschafft“. Auch Kevin, zwei Jahren in der Einrichtung (vormals Haus Ausblick Bedburg-Hau) dankte im Namen der nun zwei Wohngruppen.

Dank ging außerdem an die Paul-Moor-Schule (Einrichtung des Landschaftsverband Rheinland) in Bedburg-Hau, die eng mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen arbeitet. Sie unterhält als Dependance zwei Schulräume im Haus Borgardtshof.

 
 

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