Zevens spendet OP-Container

Freuen sich über den OP-Container für das Busch-Krankenhaus in Benin (v.li.): Werner van Briel, Spender Bernd Zevens, Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Heike Waldor-Schäfer, Dr. Johannes Kohler und Steffi Neu.
Freuen sich über den OP-Container für das Busch-Krankenhaus in Benin (v.li.): Werner van Briel, Spender Bernd Zevens, Dr. Elke Kleuren-Schryvers, Heike Waldor-Schäfer, Dr. Johannes Kohler und Steffi Neu.
Foto: WAZ FotoPool
Klever Geschäftsmann unterstützt Aktion Pro Humanität mit sechstelligem Betrag. Zusage gab er schon an Heiligabend. Benefiz-Gala am 5. Februar im Klever Festzelt

Kleve.  Eigentlich wollte Steffi Neu, seit November Botschafterin der „Aktion Pro Humanität“, das Projekt OP-Container für den Busch kräftig anschieben. „In zwei Jahren sollte die Anschaffung für Benin möglich sein“, sagte sie gestern im Hotel Rilano – und lächelte den Sitznachbarn zur Rechten, Bernd Zevens, freudestrahlend an. Denn der Klever Geschäftsmann hatte Heiligabend die frohe Botschaft verkündet. Er finanziert einen dringend benötigten Operationssaal für die Krankenstation Gohomey.

Warum er das macht? Auf die Frage von Steffi Neu hatte Bernd Zevens eine kurze Antwort. „Wenn man da helfen kann, sollte man das machen.“ Punkt. Pro-Humanität-Gründerin Dr. Elke Kleuren-Schryvers fühlte sich gestern nach eigenen Worten noch wie Weihnachten. „Endlich, nach 20 Jahren in Benin, bekommen wir einen Operationssaal“.

Dass der dringend gebraucht wird, betonte Dr. Johannes Kohler, Chefarzt der Chirurgie im Xantener St. Josef Hospital. Vor geraumer Zeit hatte der sich schon mal einen OP-Container beim Hersteller in Marburg angeschaut, aber „eine Spar-Version“, wie Kohler betonte. Jetzt durch die Spende habe man einen mobilen OP-Saal bestellen können, in dem zum Beispiel Leisten- und Knochenbrüche, Blinddarm und Kaiserschnitte behandelt werden können. Erfahrungen mit Einsätzen wie jetzt in Westafrika habe er noch nicht. „Das ist ein schwieriges Gebiet: heiß, feucht, nicht ganz ungefährlich“, sagte Kohler, was man am Ebola-Ausbruch sehen könne.

Der OP-Container soll im Dezember über Kevelaer und Kleve, wo man ihn besichtigen können soll, in Richtung Afrika geschickt werden und im Februar einsatzbereit sein. „Die Vorbereitungen dort, etwa das Gießen einer Betonplatte, sind angelaufen“, so Kleuren-Schryvers. Ein zweiter Container, der mit dem nötigen Equipement auf die Reise gehen wird, dient später als Lagerraum. Damit der OP-Saal funktionstüchtig eingerichtet wird, wollen weitere Ärzte vom Niederrhein mit nach Benin fliegen. Mit dabei sind Dr. Mosch, Chefärztin der Radiologie des Willibrord-Hospitals Emmerich, aber auch Dr. Schoelen, Chefarzt der Gynäkologie der Kreis Klever Kliniken, Dr. Rüdiger Kerner, Chefarzt der Inneren Abteilung des Marien-Hospitals Kevelaer, Dr. Wolfgang Dähne, frühere Chefarzt der Anaästhesie in Xanten, sowie Dirk Henrici, OP-Pfleger/-Techniker aus Xanten.

„Am besten wäre es, wenn wir ein Team aus allen niederrheinischen Krankenhäusern zusammenstellen könnten“, sagte Kohler. So könnte man einen europäischen Krankenhaus-Standard schaffen – auch, um einheimische Ärzte für die Arbeit im Busch gewinnen zu können.

 
 

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