Wohin mit den Schülern?

Astrid Hoyer-Holderberg
Zieht die Gesamtschule Kleve ins ehrwürdige Stein-Gymnasium? Für Dr. Garbe eine Möglichkeit.
Zieht die Gesamtschule Kleve ins ehrwürdige Stein-Gymnasium? Für Dr. Garbe eine Möglichkeit.
Foto: Heinz Holzbach
Bäumchen wechsel Dich in der Klever Schullandschaft: 23 Klassen werden auf sechs Gebäude verteilt. Gutachter Garbe stellte seinen Plan vor. Ein Szenario: Die Gesamtschule zieht ins Stein-Gymnasium

Kleve.  Es ist wieder das Gutachterbüro Dr. Garbe, das von der Stadtverwaltung Kleve den Auftrag erhielt, die Schullandschaft mit zu gestalten. Wie kann welches Schulgebäude sinnvoll genutzt werden? Garbe hat dazu zweieinhalb Vorschläge.

Seit beschlossener Auflösung aller Hauptschulen und Umwandlung einer Realschule gibt es nun sechs Standorte. Hochgerechnet auf das Jahr 2019 sind 643 Viertklässler zu erwarten. Teilt man sie zu 28 Schülern je Klasse auf, wird es 23 Parallelklassen, so genannte „Züge“ geben.

Da entfielen vier Züge auf die Sekundarschule Kleve (zwei auf die Sekundarschule Bedburg-Hau, die bei der Gebäudeverteilung Kleve aber keine Rolle spielt). Sechs Züge hat die Gesamtschule. 3,5 Klassen zählt die Realschule Kellen (für vierzügig nicht genug Platz), rund 28 Kinder gehen wohl nach außerhalb. Damit erwartet Detlef Garbe 6,5 Klassen potenziell für die beiden Gymnasien. Bei allen Planungen bliebe die Karl-Kisters-Realschule Kellen unbehelligt.

Der Gutachter unterscheidet zwei „Szenarien“, eines davon mit zwei Varianten.

„Szenario 1“ Variante A:

Die Sekundarschule zöge 4-zügig in die Hoffmannallee. Die Gesamtschule käme 6-zügig ins Schulzentrum Kellen mit den Klassen 5 bis 13, das bedeutet dort zusätzlichen Baubedarf. Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bliebe entweder 3-zügig, wo es ist an der Römerstraße (falls es 4-zügig würde, siehe Variante B). Das Konrad-Adenauer-Gymnasium zöge dreizügig an die Ackerstraße ins leere Johanna-Sebus-Gymnasium um.

Schulen werden geteilt

Für eine solche Lösung fehlten im Schulzentrum Kellen 19 Räume im pädagogischen Bereich mit 920 Quadratmetern (1,38 Mio. Euro wären zu investieren) und in der Mensa wäre Platzbedarf von zusätzlich 862 qm (1,293 Millionen Euro).

„Szenario 1“ Variante B:

Die Sekundarschule zöge 4-zügig an die Hoffmannallee. Die Gesamtschule zöge nach Kellen nur mit den Klassen 7 bis 13 und verlagere Klasse 5 und 6 in die Wilhelm-Frede-Schule Rindern. Falls das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium aber 4-zügig würde, würden an der Römerstraße nur Klassen 7 bis 12 bleiben und die Klassen 5 und 6 in die Frede-Schule Rindern ausgelagert. Damit hätte die Gesamtschule da keinen Platz, sondern käme komplett nach Kellen – hier müsste dann anbebaut werden. Das Konrad-Adenauer-Gymnasium zöge dreizügig an die Ackerstraße ins leere Johanna-Sebus-Gymnasium.

„Szenario 2“:

Würde die Gesamtschule in der Mitte teilen: Am jetzigen Standort Hoffmannallee blieben dann Klassen 5 bis 8, und die Klassen 9 bis 13 zögen ins Gebäude des heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an die Römerstraße. Dadurch entstünde kein zusätzlicher Baubedarf. Die Sekundarschule ginge 4-zügig in die Wilhelm-Frede-Schule Rindern – mit zusätzlichem Baubedarf. Das Schulzentrum Kellen würde 6 Züge beider Gymnasien beherbergen – mit Baubedarf. Das Gebäude Ackerstraße würde nicht genutzt. In diesem Falle würden am Schulzentrum Kellen 15 Räume fehlen: 928 qm im pädagogischen Bereich (Investition 1,407 Millionen Euro) und für die Mensa 791 qm (1,186 Millionen Euro).

Gleichzeitig fehlten dann für die Sekundarschule am Standort der Frede-Schule Rindern 14 Räume: 812 qm für die pädagogische Arbeit (1,218 Millionen Euro) und zum Mittagessen 268 qm (402 000 Euro wären zu investieren).

Kostenübersicht:

Szenario 1 Variante A würde 9,9 Millionen Euro kosten: 2,7 Millionen Investitionen in Kellen für sechs Züge Gesamtschule und 7,2 Millionen Sanierung an der Ackerstraße (plus Betriebskosten Schule und Turnhalle) für drei Züge Konrad-Adenauer-Gymnasium.

Szenario 1 Variante B würde 7,2 Millionen kosten: Für Sanierung an der Ackerstraße (plus Betriebskosten Schule und Turnhalle).

Szenario 2 würde 4,2 Millionen kosten: 1,62 Millionen Investition für Sekundarschule in Rindern und 2,593 Millionen Investition für beide Gymnasien am gemeinsamen Standort Kellen.

Das ehemalige Sebus-Gymnasium würde nicht genutzt.