Wie weckt man die Sofa-Schläfer?

Das Rilano Hotel Cleve ist ein Anziehungspunkt für Touristen in Kleve.  Foto: Heinz Holzbach/Waz/FotoPool
Das Rilano Hotel Cleve ist ein Anziehungspunkt für Touristen in Kleve. Foto: Heinz Holzbach/Waz/FotoPool
Foto: Kleve
Nicht schlecht, aber es könnte besser werden: Für Dr. Manfred Zeiner ist die Tourismusbranche in Kleve ausbaufähig. Statistisch gesehen besuchen jährlich drei Millionen Tagestouristen die Stadt und bescheren Umsätze in Höhe von 101,5 Millionen Euro.

Kleve. Nicht schlecht, aber es könnte besser werden: Für Dr. Manfred Zeiner ist die Tourismusbranche in Kleve ausbaufähig. Der Berater hat im Auftrage von Kleve Marketing die Tourismuswirtschaft der Kreisstadt untersucht und gestern seine Ergebnisse vorgestellt. Statistisch errechnet besuchen jährlich drei Millionen Tagestouristen die Stadt und sorgen gemeinsam mit den Übernachtungsgästen für satte Umsätze: „101,5 Millionen Euro im Jahr sind schon keine Peanuts mehr“, so Dr. Manfred Zeiner.

Kleves Marketingchefin Ute Schulze-Heiming freut sich, dass mit der zwölfseitigen Broschüre erstmals verlässliche Daten auf dem Tisch liegen: „Bislang wussten wir nicht, wie viele Tagestouristen wir haben, was sie hier ausgeben und was davon in Kleve hängen bleibt“, verdeutlicht sie.

Für das Zahlenwerk hat das Unternehmen dwif-Consulting 300 Haushalte in Kleve telefonisch befragt. Niederländische Tages- und Übernachtungsgäste wurden aus Erhebungsgründen nicht einbezogen, was allerdings das Bild stark verzerrt. „Diese Zahlen sind sehr konservativ“, sagte Dr. Zeiner. Ute Schulze-Heiming meinte: „Die Niederländer rechnen wir als geistige Schlagsahne noch obendrauf.“

43 Millionen Euro
bleiben in der Stadt

Fast 90 Prozent der deutschen Touristen in Kleve sind Tagestouristen, die insgesamt drei Millionen Menschen ausmachen. Sie geben – laut Studie – 82,8 Millionen Euro im Jahr aus: Im Durchschnitt 27,60 Euro pro Tag. Auf gewerbliche Übernachtungen entfallen 95 000 Kunden, die 9,7 Millionen Euro in Kleve lassen. Privatvermieter (30 000) und Camper (7000) könnten ihr Angebot noch ausweiten.

Von den insgesamt 101,5 Millionen Euro, die in der Klever Touristikbranche umgesetzt werden, verbleiben nach Abzug von Steuern und Vorleistungen (Hotelausstattung etc.) gut 43 Millionen Euro in der Stadt in Form von Löhnen, Gehältern, Investitionen und Gewinnen. Für die Stadt fließen rund 2,2 Millionen Euro als Steuern zurück. Insgesamt trage der Tourismus nicht unerheblich zum regionalen Volkseinkommen in Kleve bei, so Zeiner: 4,1 Prozent der Einkommen haben mit Tourismus zu tun. „Das heißt, dass 2030 Personen ihr Einkommen aus dem Tourismus verdienen“, erklärt Zeiner.

242 000 Personen
übernachten privat

Als schlummernden Schatz erkennt Zeiler die hohe Zahl der „Sofa-Schläfer“, also Personen, die bei Freunden oder Verwandten privat übernachten. Die Studie ermittelte 242 000 Übernachtungen in Kleve. Bei der Umfrage kam heraus, dass immerhin gut 46 Prozent der Privatpersonen ihre Gäste (Verwandte und Freunde) bei entsprechenden Angeboten und Rabatten auch in einem Hotel unterbringen würden. „Das ist sein sehr, sehr großes brachliegendes Potenzial“, so Zeiner.

 
 

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