Wie alle satt werden können

Margo Bromont, Kurt Kreiten und Sybille Sonderfeld-Fresko präsentieren das Programm im Klever Kino.
Margo Bromont, Kurt Kreiten und Sybille Sonderfeld-Fresko präsentieren das Programm im Klever Kino.
Foto: NRZ
Der Filmemacher Valentin Thurn kommt mit seinem Film „10 Milliarden“ am 21. Februar, nach Kleve. Eingeladen haben Oregional Rhein-Waal und Bio-Region Niederrhein

Kleve..  Mit seinem Film „Taste the Waste“ ist Valentin Thun berühmt geworden. Die Bilder von Maschinen, die Küken aufsaugen, oder von Riesenöfen, in denen liegengebliebenes Brot verbrannt wird, lassen sich nicht so leicht aus dem Gedächtnis löschen. Sein zweiter Dokumentarfilm mit dem Titel „10 Milliarden“ lief im letzten Jahr in mehreren Kinos, ist am unteren Niederrhein aber bislang nicht zu sehen gewesen. Das wird jetzt in den Klever Tichelpark-Kinos nachgeholt. Auf Einladung der beiden Vereine Oregional Rhein-Waal und Bio-Region Niederrhein kommt am Sonntag, 21. Februar, 11 Uhr auch gleich der Regisseur selber mit. Er wird nach dem Film für eine Diskussion zur Verfügung stehen.

Böden ausgelaugt

Worum geht es in „10 Milliarden“? „Der Film beschäftigt sich mit Ernährungsfragen“, sagt Dr. Kurt Kreiten von Oregional Rhein-Waal. Wenn im Jahre 2050 möglicherweise 10 Milliarden Menschen leben – wovon sollen sie satt werden? Die Rohstoffe für Kunstdünger gehen voraussichtlich in den nächsten 50 Jahren zur Neige. Böden sind ausgelaugt. Farmer sind abhängig von hybridem Saatgut. „Zehn Konzerne verkaufen drei Viertel des weltweiten Saatgutes“, sagt Margo Bromont von den Klever Grünen, die den Filmvormittag finanziell unterstützen.

Wird demnächst Fleisch künstlich hergestellt? Müssen wir uns daran gewöhnen, Insekten zu verzehren? Muss man der industriellen Landwirtschaft entgegensteuern? Wenn ja, wie? Lauter Fragen, die jeden betreffen. Bromont: „Wenn hier etwas billig ist, muss man ja auch fragen, auf wessen Kosten das so billig ist.“

Eine Antwort im Film zielt auf die regionale Versorgung. Ein Thema, das etwa bei den Besuchern der Heimvolkshochschule Wasserburg Rindern auf reges Interesse stößt, wie dessen Leiter Dr. Kreiten erzählt: „Dass wir einen Teil unseres Bedarfs regional beziehen, wird sehr positiv gesehen.“ Der Verband Bio-Region Niederrhein geht sogar noch weiter, wie schon der Name sagt: Hier geht es um regionale und nachhaltige Produktion. „Natürlich ist das Fleisch dann viermal teurer als im Supermarkt“, sagt Vorstandsmitglied Sybille Sonderfeld-Fresko. Mit höchsten Anbaustandards, größter Transparenz und aktivem Umweltschutz lassen sich nun mal keine Schnäppchen erzeugen. „In Großstädten ist der Trend hin zu Regionalvermarktung geradezu explodiert“, weiß sie. Am ländlichen Niederrhein noch nicht so. Wobei ein generelles Problem darin besteht, dass der Begriff „Region“ nicht geschützt ist. „Ein Stück Fleisch aus Polen, das in Düsseldorf verpackt wird, kann möglicherweise das Etikett ‚regional‘ tragen“, fürchtet Kreiten.

„Wichtig ist uns, dass die Menschen die Zusammenhänge sehen“, sagt Margo Bromont.

5 Euro Eintritt

Dazu leistet der Film einen interessanten Beitrag. Kreiten ist froh, dass Kino-Leiter Reinhard Berens „sofort auf unseren Vorschlag eingegangen ist und das große Kino 1 zur Verfügung stellt.“ Platz für Besucher des Dokumentarfilms ist also ausreichend vorhanden.

Der Eintritt am 21. Februar um 11 Uhr in der Reihe „Sonntagsmatinee“ kostet einheitlich 5 Euro.

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