Widrige Umstände

Die Klever zeigen in diesen Tagen, was es heißt, eine Willkommenskultur zu schaffen. Mit unermüdlichem Einsatz sind viele Freiwillige bereit, den Flüchtlingen in der Turnhalle zu helfen und die nötigsten Dinge zu besorgen. Dolmetscher sind zurzeit von unschätzbarem Wert, um die Kommunikation mit den arabisch sprechenden Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan überhaupt zu ermöglichen. Die Stimmung ist gut – trotz der vielen widrigen Umstände, trotz der Ungewissheiten, mit denen die Menschen hier jetzt für mehrere Tage leben müssen. Wie es für sie weiter geht? Sie wissen es nicht – und die zuständigen Behörden offenbar auch noch nicht.

Denn die Organisation der Notunterkunft zeigt, wie überfordert die übergeordneten Behörden in Arnsberg sind, die für die Zuweisung der Flüchtlinge zuständig sind. Jeden Tag kommen 1400 neue Flüchtlinge nach NRW, die Busse müssen organisiert, die Standorte aufgebaut werden. Es herrscht Ausnahmezustand.

Es gibt viele Dinge, die im Zusammenspiel zwischen Bezirksregierung und Kommunen verbessert werden müssen. Bis auf den Busfahrer und den Bus erfährt Kleve überhaupt keine Unterstützung durch das Land. Was dringend geändert werden muss, sind die Anreisezeiten: Muss man Eltern mit Kinder tatsächlich noch um 22 Uhr auf die Reise schicken? Bis tief in die Nacht werden sie noch untersucht und verpflegt – dank der Bereitschaft der Ehrenamtlichen.

 
 

EURE FAVORITEN