Widerstand gegen Bebauungspläne

Britta Schulz besitzt ein Haus an der Monrestraße, samt Geschäft. Sie ist gegen das Umnutzungs-Verbot.
Britta Schulz besitzt ein Haus an der Monrestraße, samt Geschäft. Sie ist gegen das Umnutzungs-Verbot.
Foto: Kleve
Hauseigentümer der Monrestraße in Kalkar wie Britta Schulz sind gegen Umnutzungsverbot

Kalkar..  Die Monrestraße soll eine Geschäftsstraße bleiben – und möglichst attraktiver werden. Aber wie soll das geschehen? Rat und Verwaltung haben jüngst eine Entscheidung getroffen. Quasi ab sofort sollen im Erdgeschoss Geschäftsräume nicht mehr zu Wohnungen umgebaut werden. „Das ist der absolut falsche Weg“, kritisiert nicht nur Britta Schulz die beschlossene Änderung bzw. Neuaufstellung der Bebauungspläne für Monrestraße und Markt.

Ihrer Familie gehört auf der Monrestraße seit dem Jahr 2000 das Haus Nummer 22. „Wir haben es damals als Absicherung fürs Alter erworben“, erzählt die 54-Jährige. Das 145 Quadratmeter große Ladenlokal hat sie derzeit an eine Heißmangel vermietet, darüber gibt’s noch drei Wohnungen.

„Leider ist es immer schwieriger geworden, Pächter für das Geschäft zu finden, die auch die Miete zahlen können“, weiß Britta Schulz. Bekam sie anfangs noch 750 Euro an Miete, sind es heute 500 Euro.

Noch. „Im Oktober schließt die Heißmangel. Dann muss ich wieder einen neuen Mieter suchen“, sagt sie. Anzeigen in Zeitungen will Britta Schulz schalten, auch im Internet. „Was passiert aber, wenn ich keinen Nachfolger finde? Oder nur 1-Euro-Betreiber, wo ich vielleicht kein Geld sehe?“

Da müsse einfach die Option bestehen, Geschäftsräume in Wohnungen umzunutzen. Das sehen offenbar viele Anlieger von Monre-straße, Markt und auch teilweise der Kesselstraße so.

Denn gut 35 von dem neuen bzw. geänderten Bebauungsplan betroffene Hauseigentümer nahmen jetzt an einem Treffen im Hotel-Restaurant Siekmann teil, auch um ihrem Ärger Luft zu machen.

Sie hatten aber auch Vorschläge, wie man reagieren könnte, sollte etwa das im Bau befindliche Fachmarktzentrum an der Bahnhofstraße die Lage der Einzelhändler in der City weiter verschlechtern. Dann könnte man die Monrestraße zu einer „Gastronomie-Meile“ entwickeln und altengerechte Wohnungen im Erdgeschoss zulassen.

„Das Umnutzungsverbot löst das Problem jedenfalls nicht“, ist sich Britta Schulz sicher. Es mangele einfach an der Nachfrage nach Gewerbeflächen. Außerdem stelle es einen massiven Eingriff in die Eigentumsrechte dar.

 
 

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