Werben für ein Bürgerwindrad in Kleve

Andreas Gebbink
Präsentierten ein Modell für eine Energiegenossenschaft in Kleve: von links: Willibrordh Haas (Kämmerer), Rolf Hoffmann ( Leiter der Stadtwerke), Theo Brauer (Bürgermeister Kleve), Frank Ruffing (Volksbank Kleve), Jürgen Rauer (städtischer Beigeordneter). Foto: Roy Glisson / WAZ FotoPool
Präsentierten ein Modell für eine Energiegenossenschaft in Kleve: von links: Willibrordh Haas (Kämmerer), Rolf Hoffmann ( Leiter der Stadtwerke), Theo Brauer (Bürgermeister Kleve), Frank Ruffing (Volksbank Kleve), Jürgen Rauer (städtischer Beigeordneter). Foto: Roy Glisson / WAZ FotoPool
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Auch wenn sie erst einmal viele Widerstände gegen ein „Bürgerwindrad“ erwarten: Die Stadt Kleve, die Stadtwerke und die Volksbank Kleverland stellten Pläne für eine Energiegenossenschaft vor. Geplant ist eine 3,5 Megawatt-Anlage, die knapp zehn Prozent des Klever Strombedarfes decken würde.

Kleve. So schnell wie der Wind wird sich eine Windkraftanlage in Kleve wohl nicht realisieren lassen. Zu viele Widerstände erwarten die Initiatoren eines „Bürgerwindrades“: in der Bevölkerung, bei Umweltverbänden, bei der Planung. Und dennoch ist der Versuch, ein großes Windrad in der Stadt Kleve zu errichten, aller Ehren wert. Vertreter der Stadtverwaltung, der Stadtwerkechef Rolf Hoffmann und Volksbankvorsitzender Frank Ruffing stellten ihr Konzept für eine Energiegenossenschaft vor, an der sich Klever Bürger finanziell beteiligen können.

„Neue Energien Kleverland e.G.“ soll die Genossenschaft heißen, welche die regenerativen Energien in der Kreisstadt voranbringen soll. Seit einem Jahr überlegen die Stadtwerke mit der Volksbank über ein geeignetes Konzept. Die Satzung liegt jetzt unterschriftsreif vor. Der Rat der Stadt Kleve muss noch zustimmen.

Stadtwerkechef Rolf Hoffmann ist die treibende Kraft des Projektes. In einem NRZ-Interview im April sprach er erstmals öffentlich über die Idee eines Volkswindrades. Danach sei eine Menge ins Rollen gekommen, so der Stadtwerkechef. Er geht nach wie vor davon aus, dass „es Widerstände geben wird.“ Durch eine Genossenschaft könnten aber viele Bürger profitieren und damit steige auch die Akzeptanz.

Fünf Millionen Euro für ein Windrad

Geplant ist eine 3,5 Megawatt-Anlage, die knapp 10 Prozent des Klever Strombedarfes decken würde. Die Anlage wäre zirka 200 Meter hoch. Die Investitionskosten liegen für ein Windrad bei zirka fünf Millionen Euro.

Volksbank-Chef Frank Ruffing hält eine Genossenschaft für die richtige Unternehmensform: „Es gibt bereits viele Beispiele in NRW, wo das funktioniert“, so Ruffing. Seiner Meinung nach könnten die Genossenschaftsanteile bei 500 Euro liegen. „Man sollte nicht bei 50 Euro anfangen.“ Die jährliche Dividende schätzt er optimistisch auf fünf Prozent. Kämmer Willibrord Haas und Stadtwerkechef Hoffmann sind zurückhaltender: „Es kann auch Jahre geben, wo die Dividende geringer ausfällt“, so Hoffmann.

Die neue Genossenschaft soll sich zu Beginn des nächsten Jahres gründen. Sind die Grundstücksfragen für ein Windrad geklärt, dann „wäre sofortiges Handeln geboten“, so Hoffmann. Der Bau erfordere erhebliche Vorplanungen, die sich Jahre hinziehen könnten.

Für Bürger, die sich über Genossenschaftsanteile beteiligen sollen, hört sich dies erst einmal nicht attraktiv an. Hoffmann betonte, dass man die Beteiligung in erster Linie nicht aus dem Blickwinkel des „großen Geldverdienens“ sehen sollte. Für Kämmerer Willibrord Haas ist wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt – und damit auch die Gewerbesteuer.

Die Gretchenfrage wurde noch nicht beantwortet: Wo wird die Anlage gebaut? Baudezernent Jürgen Rauer: „Darüber werden wir natürlich noch kein Wort verlieren.“

Standortfrage bleibt noch unklar

Er verwies auf die Erstellung des neuen Flächennutzungsplanes (FNP), in dem Konzentrationsflächen auszuweisen sind. Rauer geht davon aus, dass der neue FNP 2013 fertig sein wird. Diese Zeit benötige auch eine Genossenschaft, um ihre Ziele voranzubringen.

Am Freitag gründen mehrere engagierte Bürger in Kranenburg ebenfalls eine Energiegenossenschaft. Die Volksbank Kleverland beteiligt sich auch an diesem Projekt.