Weiterhin hohe Zahl an Langzeitarbeitslosen

Kleve.  „Die Mitarbeiter in den Jobcentern, die Kommunen und die freien Träger sowie die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – sie alle engagieren sich mit großem Erfolg für die Vermittlung in Arbeit und bringen immer mehr SGB-II-Leistungsempfänger insbesondere in nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse. „Doch die Zahl der Menschen, die in so genannten ‚Bedarfsgemeinschaften‘ leben, wächst noch schneller“, fasst Landrat Wolfgang Spreen die dem „Sisyphus-Prinzip“ ähnelnde Situation zusammen. Bei den so genannten Bedarfsgemeinschaften handelt es sich in der Regel um Familien, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Im Dezember 2014 lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei 9158 (plus 39), was einen neuen Höchststand im Kreis Kleve bedeutet.

„Bei der aktuellen kommunalen SGB-II-Statistik des Jobcenters Kreis Kleve ist insbesondere die erneut gestiegene Zahl an Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten hervorzuheben“, so Spreen. Von den insgesamt 331 Integrationen erfolgten 130 Vermittlungen in Vollzeitbeschäftigungen und 59 in Teilzeitjobs. Sechs Personen begannen eine Ausbildung. 130 Leistungsempfänger haben eine geringfügige Beschäftigung aufgenommen; sechs eine sonstige Tätigkeit. „Viele Langzeitarbeitslose sind beispielsweise aufgrund ihrer gesundheitlichen oder familiären Situation mit Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen nur eingeschränkt erwerbsfähig. Für diese Personenkreise stellen Teilzeitbeschäftigungen oder geringfügige Beschäftigungen geeignete Beschäftigungsformen dar“, erläuterte Landrat Wolfgang Spreen.

Von 100 Einwohnerinnen und Einwohnern im Kreis Kleve befinden sich rund 6,5 im Leistungsbezug. Sowohl im Vergleich zu Bund (7,5) und Land (9,2) als auch zu den Nachbarkreisen Wesel (7,7) und Viersen (6,7) stellt dies einen vergleichsweise guten Wert dar.

Zur Erfüllung aller Aufgaben nach dem SGB II hat der Kreis im November 2014 etwa 10,1 Mio. Euro aufgewendet. Dieser Betrag liegt etwas unter dem Ergebnis des Vormonats (minus 100 000 Euro). Gegenüber dem Vorjahresmonat (November 2013) liegt das Ergebnis um rund 700 000 Euro (etwa 7,3 Prozent) höher. Bisher wurden im Jahr 2014 etwa 110,7 Mio. Euro aufgewendet. Dies sind rund 9,2 Mio. mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (plus 9,1 Prozent). Kreis und Kommunen sind hieran mit einem Anteil von etwa 22 Mio. Euro beteiligt.

EURE FAVORITEN