Weiter wachsen

Andreas Gebbink
Eigentürmer Herman Buurman.
Eigentürmer Herman Buurman.
Foto: Kleve
Flughafen-Eigentümer Herman Buurman sieht die Zukunft des Airports Niederrhein positiv: Alle Prognosen versprechen einen wachsenden Markt

Weeze.  Für die Zukunft des Flughafens Niederrhein hat Eigentümer Herman Buurman eine einfache Formel: „Wir wachsen weiter.“ Sein Vertrauen setzt er ganz in die Arbeit des Geschäftsführers Ludger van Bebber. Auch wenn man sich oft über die Entwicklungen des Airports austausche: In das operative Geschäft möchte sich der niederländische Unternehmer aus Ubbergen nicht einmischen.

Herman Buurman ist kein Mann der großen Worte. Er gibt selten Interviews und agiert lieber im Hintergrund. Wie der Flughafen sich entwickeln soll, kommentiert er zurückhaltend. Er möchte sich offensichtlich nicht in die Karten schauen lassen: „Aber Weeze hat auf jeden Fall eine exzellente Zukunft aufgrund seiner guten Lage“, sagt Buurman, der sein Geschäft in den Niederlanden mit Immobilien betreibt.

Der Flughafen Niederrhein war sein erstes richtiges Investment in Deutschland. Er habe die Low-Cost-Entwicklung in der Flugbranche in den 80er Jahren in den Vereinigten Staaten beobachten können und den Schritt nach Deutschland gewagt. Der Flughafen ist für ihn in erster Linie auch heute noch ein Immobiliengeschäft. Innerhalb seiner Unternehmensgruppe bilde der Airport zwar nicht das wirtschaftliche Fundament, aber er habe sich doch zu einem wichtigen Baustein entwickelt.

Anfängliche Anfeindungen

Dass die Anfangsjahre des Flughafens so schwer werden, hat Herman Buurman nicht für möglich gehalten. Die Prozesse um die Flugerlaubnis, die breite Skepsis ob der Billigfliegerei, die anfänglichen Anfeindungen wegen der unklaren Eigentumsverhältnisse haben Buurman zwar nicht mürbe gemacht, aber anstrengend war es doch. An das Projekt hat er immer geglaubt: „Ich bin ein echter Optimist. Es hat zwar sehr lange gedauert, bis wir die rechtlichen Probleme ausgeräumt haben, aber ich bin stolz auf diesen Flughafen und auf dieses Team.“

Der Flughafen Weeze wird aus seiner Sicht in Zukunft zunehmend von den Engpässen in Düsseldorf und Amsterdam profitieren. Diese Standorte können in Zukunft das Wachstum nicht mehr aufnehmen. Hiervon könnte Weeze profitieren. Geschäftsführer van Bebber ist sich sicher, dass das Passagierwachstum sich stetig fortsetzen wird. Er rechnet mit 20 bis 25 Prozent: „Es gibt unzählige Prognosen mit zahlreichen Entwicklungsverläufen. Aber alle Prognosen sagen eine Verdopplung der Passagierzahlen in den nächsten 10 bis 20 Jahren voraus“, verdeutlicht der Airport-Chef. Eine genaue Zahl sei auch nicht wichtig: „Wichtig ist, dass der Markt dynamisch bleibt.“

Gleichwohl sei Wachstum aber auch in Zukunft kein Selbstläufer: „Man kann nicht alles haben“, sagt van Bebber. Eine deutliche Strategie sei wichtig: „Automatisch bekommt man die Flieger und Reiseziele nicht. Was gerne vergessen wird: Wir kämpfen nicht gegen Düsseldorf oder Eindhoven. Wir kämpfen auf dem Reisemarkt gegen ganz Europa. Die Leute denken immer viel zu kleinräumig.“

Für ein weiteres Wachstum werden auch Investitionen am Terminal nötig sein. Bereits heute stoße man zur Spitzenzeit in den Sommerferien an Kapazitätsgrenzen. Van Bebber geht davon aus, dass das Terminal auf absehbare Zeit erweitert werden muss, um vier bis fünf Millionen Passagiere abwickeln zu können. Das Thema Sicherheit sei schwer zu kalkulieren: „Wir können überhaupt nicht abschätzen, was da auf uns noch zukommt.“ Bereits heute beschäftigen sich zwei Drittel des Personals mit Sicherheitsfragen.

Ohne Frachtflüge kein Gewerbe

Die Fortentwicklung des Gewerbeparks sieht van Bebber eher in kleinen Schritten: Ohne Frachtflüge werde sich kein großes Gewerbe in Weeze-Laarbruch ansiedeln. „Und riesige Büroflächen in den Kreis Kleve zu setzen, ist nicht attraktiv“, so van Bebber. Mit der jetzigen Entwicklung könne man zufrieden sein. Vielversprechender sei der Ausbau der Tourismusbranche. Hier habe man bereits gute Erfolge erzielen können: „Die Hotelbranche in der Region profitiert von uns.“ Der Niederrhein sei durch den Flughafen in der Welt ein Stück bekannter geworden.