Wege für zwei Räder

Astrid Hoyer-Holderberg
Beim Stadtradeln macht auch ein Team der Hochschule
Beim Stadtradeln macht auch ein Team der Hochschule
Foto: privat
Die Schulwegsicherung steht im Fokus des Radverkehrskonzeptes in Kleve. Möglich, dass dies bei erwachsenen Radfahrern etwas untergeht. Die Stadt investiert einen sechsstelligen Betrag

Kleve.  Wie beurteilen die Klever die Attraktivität von Kleve für verschiedene Verkehrsteilnehmer-Gruppen? Auch das ließen wir im Rahmen des NRZ-Bürgerbarometers bei 400 Einwohnern erfragen.

Bei den Radfahrern vergaben weniger als vor drei Jahren die Note „sehr gut“ und der Mittelwert sank von 2,73 auf 2,55. Immer noch eine gute Beurteilung, aber sie enttäuscht doch Pascale van Koeverden, die bei der Bauverwaltung der Stadt für das Radverkehrskonzept zuständig ist. „Die Schulwegsicherung steht im Fokus des Radverkehrskonzeptes in Kleve“. Möglich, dass dies bei erwachsenen Radfahrern etwas untergeht. Die Kritik von Bürgern, dass sich 2013 nichts Wesentliches verbessert habe „kann ich nicht nachvollziehen“. Ein sechsstelliger Betrag wurde und wird für Radfahrer investiert.

So entsteht beispielsweise eine Querungshilfe an der Steinstraße zwischen Steenhove und Flasbloom in Kellen (ein Schulweg zum Konrad-Adenauer-Gymnasium). Dort bekommen die Radler absoluten Vorrang. „Es wird Aufpflasterungen auf Schulwegen geben“, so Pascale van Koeverden. Aber auch touristische Strecken werden verbessert – so wird die Überquerung der Briener Straße vom Leinpfad in Richtung Griethausen – oder umgekehrt – künftig erleichtert. „Die Fahrbahn wird verengt. Zwar behalten dort Autos Vorrang, werden aber abgebremst“, so van Koeverden. „Vielleicht bekommt das die Öffentlichkeit nicht so mit, weil vieles in einem Unterausschuss geplant wurde und die Themen nicht so präsent sind“, so die Frau vom Fachbereich Planen und Bauen.

„Gerade die Oberstadt ist problematisch. Sie wird jetzt gestärkt.“ In diesen Sommerferien wird die Fahrbahn der Römerstraße (wie berichtet) in Angriff genommen. Die „Ausplanung“ erfolgt jetzt, die Markierung wohl in 2017.

Es wird einen Radfahrer-Schutzstreifen auf der Ringstraße geben. Denn der moderne Radverkehr verlangt auch mehr sichere Wege. Mit Pedelacs, den Elektro-Fahrrädern, werden höhere Geschwindigkeiten gefahren. „Deshalb möchten wir schnelle Radfahrer auf die Straße bringen“, nicht auf Radwegen belassen. Das ist im weiteren Sinne ebenso ein Beitrag zur Schulkinder-Sicherheit.

Auch ins Freizeitnetz in der Niederung zwischen Kleve und Nimwegen wird investiert. „Ein Radschnellweg ist beantragt. Wir rechnen Mitte Juli mit einer Rückmeldung, ob wir eingetragen werden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte uns, dass insgesamt 183 Förderanträge auf Schnellwege eingelaufen sind“, erzählt van Koeverden.

Die aktuelle Aktion des „Stadtradelns“, bei der viele Hundert Bürger – darunter 17 Kommunalpolitiker – für drei Wochen freiwillig weitgehend aufs Auto verzichten und Fahrradkilometer „sammeln“, bringe es mit sich, dass man noch mehr Augenmerk auf Radwege lenkt, Schwerpunkte für Bedarfe erkennt. „Das Bewusstsein steigt, das merkt man“, freut sich die Koordinatorin. Auch der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) wird Rückmeldung geben. „Die Aktion werden wir in den nächsten Jahren wiederholen“, setzt Pascale van Koeverden das Ziel. „Ich denke, dieses Jahr schaffen wir zusammen die 50 000 Kilometer“ im Ranking der Teilnehmer-Städte .

In Planung ist – wie berichtet – der Fahrradschutzstreifen an der Ringstraße – ähnlich wie auf der Tiergartenstraße. An der Römerstraße wird es an der Ampel einige Vorrang-Meter, eine vorgezogene Haltelinie für Radler gibt es schon. Abstände und Markierungen sind dabei nach deutschem Recht einzuhalten und leider hier nicht nach rotem niederländischen Vorbild möglich.