Warum brennt ein Windrad?

In Uedem brannte am Donnerstag eine Windkraftanlage.
In Uedem brannte am Donnerstag eine Windkraftanlage.
Foto: NRZ
In der Kanzel befanden sich 500 Liter Hydrauliköl. Die Uedemer Anlage soll seit 15 Jahren in Betrieb gewesen sein und gilt als „Billigheimer“ unter den Windrädern

Uedem.  Die brennende Anlage verursachte eine starke Rauchentwicklung. Die Feuerwehr Kalkar führte Luftmessungen durch, um Gefahren für die Bevölkerung auszuschließen. Die Bürger in Schneppenbaum wurden vorsorglich gebeten, Fenster und Türen zu schließen. Ein konkrete Gefahr habe aber nicht bestanden. Zahlreiche Schaulustige guckten auf dem Parkplatz des Bauernmarktes Lindchen auf das qualmende Windrad. Die Frage, die wohl viele beschäftigte: Warum kann so ein Gerät aus Metall so lange brennen?

Frank Dudek, ist Betreiber von Windkraftanlagen und erklärt der NRZ, dass es sich bei dem Modell um eine ältere Anlage handelt. Nach Angaben der Feuerwehr soll das Windrad aus dem Jahr 2000 stammen – also bereits 15 Jahre lang laufen. Das Rad würde 1 Megawatt-Strom produzieren. „Das war eines der erste Modelle und galt als Billigheimer unter den Anlagen“, sagt Dudek. In der Kanzel befinden sich das Getriebe und Öl- und Schmierstoffe, die sehr lange brennen können. Bei diesen Anlagen müsse man mit 200 bis 400 Liter Öl rechnen“, schätzt Dudek. Und in der Tat befanden sich nach Angaben der Polizei 500 Liter Hydrauliköl im Maschinenhaus, welches gestern vollständig abbrannte.

Neuere Windenergieanlagen der Marken Siemens und Enercon besitzen kein Getriebe mehr in der Kuppel. Auch die Schmierstoffe seien heute nicht mehr aus Öl, sondern aus einem biologisch abbaubaren Harnstoff, erklärt Dudek. Überhaupt befinde sich kaum noch etwas in den oberen Anlagenteilen. Windräder, die in einem Waldgebiet errichtet werden, müssen heute auch eine automatische Löschvorrichtung haben: „Da oben kommt keine Feuerwehr hin“, so Dudek.

Für die Uedemer Feuerwehr war das nicht der erste Brand einer Windenergieanlage. Einsatzleiter Gerd Ingenerf erzählte der NRZ, dass er bereits zwei Mal zu einem Brand eines Windrades ausrücken musste. Drei Stunden lang dauerte der Einsatz, ehe die Unfallstelle freigegeben wurde.

Im Einsatz waren etwa 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Bedburg-Hau und Uedem. Die Einsatzleitung hatten die Gemeindebrandinspektoren Stefan Veldmeijer und Klaus Elsmann.

 
 

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