Von oben herab

Andreas GebbinkGötz Middeldorf
Weeze hätte da noch ein Plätzchen frei... Um die Auslastung am Flughafen zu verbessern, wünscht man  sich eine Kooperation mit Düsseldorf.
Weeze hätte da noch ein Plätzchen frei... Um die Auslastung am Flughafen zu verbessern, wünscht man sich eine Kooperation mit Düsseldorf.
Foto: WAZ FotoPool
CDU und FDP wünschen sich eine engere Kooperation der Flughäfen Weeze und Düsseldorf. Doch die Hauptstädter zeigen schon jetzt ihre kalte Schulter

Kleve/Düsseldorf.  CDU und FDP wünschen sich eine engere Kooperation zwischen den Flughäfen Weeze und Düsseldorf. In einem Antrag zum nächsten Kreisausschuss am 4. September, fordern sie den Landrat Wolfgang Spreen dazu auf, Gespräche mit dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel zu führen. „Düsseldorf hat Engpässe, wir können Kapazitäten stellen. Da können wir Synergien nutzen“, sagte Ulrike Ulrich, Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreis. Auch Landrat Wolfgang Spreen hält die Initiative für sinnvoll. „Düsseldorf platzt aus allen Nähten.“

CDU und FDP wünschen sich eine Entwicklung wie in den Niederlanden. Hier werden die Regionalflughäfen ins Verkehrskonzept einbezogen, um den Großflughafen Schiphol in Amsterdam zu entlasten. Lelystad etwa übernehme die günstigeren Lowcost- und Charterflüge von Amsterdam. „Dieser Ansatz könnte aus Sicht der CDU- und FDP-Fraktionen auch interessant für eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den Flughäfen Weeze und Düsseldorf sein“, heißt es in der Presseerklärung.

Flughafenchef Ludger van Bebber ist an einer engeren Zusammenarbeit mit Düsseldorf interessiert. Man könne in Weeze die Spitzen im Lowcost- und Charterflugbereich abdecken. Wie umfangreich so eine Kooperation sein könnte, wollte er nicht sagen. Jetzt müsse erst auf politischer Ebene gesprochen werden.

Und was sagen die Düsseldorfer? „Ich bin jemand, der grundsätzlich Initiativen zur regionalen Zusammenarbeit aufgreift, bin also gesprächsbereit, egal wer der Absender ist“, sagt Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Ich bin allerdings erstaunt, dass ausgerechnet CDU und FDP planwirtschaftlich vorgeben wollen, welche Airline von wo fliegen soll.“ Auch wenn eine Verlagerung von Flugverkehr durchaus wünschenswert wäre, machte der Düsseldorfer Oberbürgermeister deutlich: „Dieses Geschäft läuft anders und wird bestimmt von der Nachfrage, also von den Fluggesellschaften und deren Passagiere. Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Passagiere nicht von einem Flughafen zum anderen herumkommandieren lassen.“ Nicht umsonst habe Weeze Schwierigkeiten.

In der vergangenen Woche hatte Geisel gesagt, dass er sich wünsche, dass Düsseldorf mehr hochwertigen Verkehr, also Interkontinental-Verbindungen, anbietet und Charterflüge auslagert nach Köln oder Weeze. Sofort schränkte er mit dem Hinweis auf die Nachfrage aber ein: „Das ist nur ein Wunsch von mir.“

Auch der Düsseldorfer Flughafen reagierte gestern zurückhaltend: „Wir halten nichts von Kooperationen, denn der Markt funktioniert anders“, sagte Sprecher Thomas Kötter. „Das Angebot wird bestimmt von der Nachfrage bei Airlines und Passagieren. Und die ist in Düsseldorf einfach da.“ Da müsse und könne man gar keine Verbindungen an andere Flughäfen abgeben. Kötter sieht den Düsseldorfer Flughafen gut aufgestellt, Kooperationen habe man als Nummer 1 in NRW nicht nötig.