Völlig unverständlich

Andreas Gebbink
Die harte Haltung der Kreis Klever Landwirte ist nicht mehr nach zu vollziehen. Der Kompromiss, den Landesumweltminister Johannes Remmel am Donnerstag vorgelegt hat, wäre für die Bauern in der Düffel ein sehr, sehr guter. Die einst angedachten 850 Hektar würden auf 65 Hektar – also um 90 Prozent ! – reduziert.

Kreis Kleve. Die harte Haltung der Kreis Klever Landwirte ist nicht mehr nach zu vollziehen. Der Kompromiss, den Landesumweltminister Johannes Remmel am Donnerstag vorgelegt hat, wäre für die Bauern in der Düffel ein sehr, sehr guter. Die einst angedachten 850 Hektar würden auf 65 Hektar – also um 90 Prozent ! – reduziert. Der Erlass würde gar ganz fallen, wenn die Nabu-Mitarbeiter auf den Feldern der Bauern Brutvögel zählen dürften.

Wo ist da noch das Problem? Besser könnte es doch gar nicht für die Landwirte laufen. 65 Hektar sind gerade mal die Flächen zweier landwirtschaftlicher Betriebe. Zudem erhalten die Bauern staatliche Ausgleichszahlungen für die eingeschränkte Nutzung ihrer Felder. Und die bemessen sich durchaus in der Größenordnung eines normalen Arbeitnehmergehaltes. Fürs Nichtstun!

Ist den Bauern der Naturschutz wirklich so egal? Schließlich ist die Düffel ein Kernstück wichtiger europäischer Naturschutzgebiete. Wo sollen denn Arten geschützt werden, wenn nicht hier? 50 Prozent aller Tiere in NRW, so führte Umweltminister Johannes Remmel gestern aus, stehen auf der roten Liste.

Dass die Landwirte in ihrer Existenz bedroht sind, wenn sie beim Kreis nachfragen müssen, ob sie mähen dürfen, ist maßlos übertrieben. Zumal der Kreis Kleve jetzt einen schnellen Service für die Landwirte eingerichtet hat.

Die persönlichen Diffamierungen gegen den Nabu-Vorsitzenden Volkhard Wille sind zudem unerträglich und kein Stil. Nach wie vor hängen in der Düffel Protestschilder mit politischen Inhalten gegen den Verband. Sie dürften laut Kreisverwaltung hier gar nicht mehr hängen.

Dass sich namhafte CDU-Vertreter vor den Karren einiger Landwirte spannen, ist traurig. Denn der Erhalt der Schöpfung sollte auch einem Christdemokraten nicht egal sein.