Viel Bestätigung

Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  Was hat der Abend mit Stadtsoziologe Hans Hoorn dem Klever Baudezernenten Jürgen Rauer gebracht? „Viel, auch viel an Bestätigung“, sieht er auf die Unterstadtentwicklung. „Seine Anregung, die Bürger zwar mitreden zu lassen, ihnen alles zu erklären, aber sie nicht entscheiden zu lassen, hat einigen sicher richtig weh getan“, ahnt Rauer. Er wolle künftig Entscheidungen noch plausibler erklären.

Auf dem richtigen Weg weiß sich Rauer mit Kleves neuen Gestaltungsrichtlinien in der Fußgängerzone (die NRZ berichtete) „Die Stadt ist schon aufgeräumter“. Maastricht hatte seine e Gestaltungsrichtlinien konsequent durchgesetzt. Hoorn hatte propagiert: Weniger Werbung ist mehr und hatte alle Geschäftsleute zum Abbau großer Werbeschilder gezwungen und zur finanziellen Beteiligung an einer neuen Fußgängerzonengestaltung. Handelskette n, die sich geweigert hatten, wurden mit einer „Werbesteuer“ belegt und mussten so durch die Hintertür ihren Anteil abgeben.

„Maastricht war viel stringenter als wir“, sieht Rauer. Auch er will die Werbung noch weiter zurück fahren. Das seien aber Prozesse, die „nicht von heute auf morgen“ umgesetzt werden, sondern Jahre dauern können. Zu überzeugen, dass „bescheidenere, optisch ansprechendere Werbung besser ist. In der Überfrachtung wird keiner gesehen“. Ob es in Deutschland für eine Werbeflächensteuer eine gesetzliche Grundlage gebe? „Ich vermute nein, aber ich will das prüfen“.

Rauer hat „den ein oder anderen positiven Vorschlag aus der Veranstaltung mitgenommen“. Zum Beispiel sei der Hinweis, „bemerkenswert, sich externen Sachverstand zu holen bei einigen Entscheidungen.“ Das bringe sie auf eine neutralere Ebene. Offen, wie das organisatorisch und finanziell zu leisten wäre. Hoorn hatte angeregt, dass größere Städte kleinen mit Sachverstand in Qualitätsfragen helfen sollten, denn auch das Umfeld mache die Attraktivität aus.

Nicht überein stimmt Rauer mit Hoorn in der Bedeutung von Parkplätzen. Hier seien sie zentral wichtig. Der Parkplatz an der Hochschule müsse als Kirmesplatz statisch tragfähig, könne kein Dach einer Tiefgarage sein. Die aber sei denkbar fürs Gelände hinter der Stadthalle .