Verstrahlter Müll für den Vorgarten

Anke Gellert-Helpenstein
Die Kreis-Grünen in Aktion. Foto: Heinz Holzbach/Waz/FotoPool
Die Kreis-Grünen in Aktion. Foto: Heinz Holzbach/Waz/FotoPool
Foto: Kleve

Kreis Kleve. Gestern blickte sogar eine Polizeistreife bei der Aktion der Kreis Klever Grünen gegen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken an der Linde in Kleve vorbei.

Aber Hermann Brendieck, Sprecher der Kreis-Grünen und Mitglied im Gocher Stadtrat, beruhigte die Beamten. „Wir sind nicht mehr wie früher. Wir werfen keine Straßenbahnen mehr um.“ Was aber auch nicht jedem passt, wie ein Interessierter am Rande bemerkte: „Na, das wird aber langsam wieder Zeit!“

Bei der Protestaktion der Grünen in Kleve ebenso wie von 11 bis 13 Uhr gestern auf dem Gocher Marktplatz war durchaus Proteststimmung bei vielen Bürgern zu spüren. So erklärte auch Hilde Fielenbach-Hensel von den Gocher Grünen im Gespräch mit der NRZ: „Vor allen Dingen die ungeklärte Endlagerfrage und Investitionsblockaden bei den erneuerbaren Energien machen den Menschen Angst.“ Brendieck ergänzte: „Es drohen zusätzliche Belastungen für die Kommunen. So auch für unsere Stadtwerke in Kleve und Goch. Sie haben massiv in erneuerbare Energien investiert und jetzt werden die langfristigen Berechnungen in Frage gestellt. Da schimpfen die Geschäftsführer der Stadtwerke mittlerweile lauter als wir.“ Überhaupt habe sich, so der Grünen-Sprecher, das Protestklientel etabliert. „Das ist nicht mehr wie vor 28 Jahren bei den Demos in Kalkar.“ Viele gestandene Geschäftsleute wären heute dabei, wenn die Grünen für ihre Ziele auf die Straße gingen.

Gestern in Goch und Kleve hatten die Politiker ein marodes Kraftwerk Marke Eigenbau im Gepäck. Außerdem Blech-Getränkedosen, die mit dem Warnzeichen für Radioaktivität beklebt wurden und den Bürgern „für den Vorgarten“ geschenkt werden sollten. „Aber“, so schmunzelt Brendieck, „das war den Leuten unheimlich, die Dosen haben alle stehen lassen.“ Der Grünen-Forderung schlossen sich dennoch viele an: „Kein Ausstieg aus dem Atomausstieg!“