Und der Gewinner ist: Tyra!

Vor dem Wettbewerb waren alle mächtig aufgeregt, logisch. 13 Schulsieger machten es der Jury wahrlich nicht leicht. Rechts: Organisatorin  Nicola Rothl
Vor dem Wettbewerb waren alle mächtig aufgeregt, logisch. 13 Schulsieger machten es der Jury wahrlich nicht leicht. Rechts: Organisatorin Nicola Rothl
Foto: WAZ FotoPool
13 Schulsieger gingen beim Vorlesewettbewerb Kreis Kleve Nord an den Start. Es war ein spannender Nachmittag, und die Jury hatte es nicht leicht

Goch.  Puh. Da musste Franziska Becken, Weezer Grundschullehrerin im Ruhestand, aber tüchtig ran. Punkte zählen, Bewertungsbögen auswerten. Und immer noch mal vergleichen – alles richtig gezählt, kein Kriterium übersehen? Zuvor war sie mit ihren vier Jury-Kollegen schon mächtig ins Schwitzen gekommen – immerhin galt es, einen Sieger unter Siegern zu ermitteln.

Im Städtischen Gymnasium in Goch traten am Mittwoch Nachmittag die besten Vorleserinnen und Vorleser (ja doch, auch Jungs lesen!) aus dem Kreis Kleve Nord an – um ihren „Meister“ zu finden. Wieder hatten viele Schulen mitgemacht, hatten in kleineren Auswahlrunden vorher unter allen Sechstklässlern ihre Schulsieger ermittelt.

Und Mittwoch wurde es dann richtig ernst. Die fünfköpfige Jury nahm ihre Plätze ein, auf dem Podium stand wie bei den Profis ein Blumenstrauß, ein Mikro und ein Glas Wasser, die Zuschauerränge füllten sich mit Schlachtenbummlern, Nicola Roth von der in diesem Jahr den Wettbewerb organisierenden Völckerschen Buchhandlung in Goch beruhigte mit einem kleinen Gedichten die Gemüter und dann hieß es Bühne frei und zugehört!

Und es wurde mucksmäuschenstill. Drei Minuten dauerte der erste Auftritt jedes Kandidaten – vorgelesen wurde eine Passage aus einem Buch, dass sich jede und jeder selbst hat aussuchen können. Will heißen: Das konnte zu Hause noch geübt werden. Und die Jury begann sich sogleich, die Haare zu raufen. In der Disziplin Lesetechnik waren alle ganz dicht beieinander (Versprecher wurden nicht bewertet!). Aber wurde der Text auch inhaltlich und atmosphärisch gut erfasst und umgesetzt? War der Vortrag lebendig und eindrucksvoll gestaltet – nuancenreich aber ohne übertriebene Theatralik? War das Lesetempo angemessen?

Nach einer Pause, die die Oberstufenschüler mit Kaffee und Kuchen verkürzten, in der die Jury sich beriet und die Kandidaten doch ein bisschen nervöser wurden, ging es dann in die zweite Runde. Wieder hieß es: Drei Minuten vorlesen, aber jetzt lauerte ein unbekannter Text mit all seinen Fallstricken auf die Mädchen und Jungen. Die ließen sich nicht schrecken, legten los, und das Publikum hatte an den doch beeindruckenden Leseauftritten seinen Spaß. Was natürlich auch an der Lektüre lag: „Norden ist da wo oben ist“, von Rüdiger Bertram.

Die Jury zog sich erneut zurück, Oberstufenschüler musizierten und dann hatte Franziska Becken die fröhliche Aufgabe, die Gewinnerin zu melden: Es war und ist Tyra Eykholt, elf Jahre alt, Schülerin in Kleve. Da wurden ein paar Freudentränen geweint, die mitgebrachte Fangemeinde heulte mit – und Tyra wird den Kreis Kleve Nord nun auf dem Bezirksentscheid Düsseldorf-Nord in Oberhausen vertreten.

Für alle Teilnehmer gab es viel Applaus und jeweils eine Urkunde und ein Buch.

 
 

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