Unbekannte schlugen in Griethausen erneut zu

Michael Schabsky
Die Kaiserlinde wurde auf Kniehöhe angesägt und hängt schief im Pflanzgerüst. v.l. Edmund Liebeton, Dieter Maaßen, Franz Hendricks sind entsetzt.
Die Kaiserlinde wurde auf Kniehöhe angesägt und hängt schief im Pflanzgerüst. v.l. Edmund Liebeton, Dieter Maaßen, Franz Hendricks sind entsetzt.
Foto: NRZ
Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wurde eine kleine Kaiserlinde abgesägt. Den Baum hatte der Heimatverein Griethausen kurz zuvor gepflanzt

Griethausen.  Enttäuschung und Fassungslosigkeit machen sich unter den Mitgliedern des Griethausener Heimatvereins breit. Unbekannte zerstörten erst vor drei Wochen die Kaiserlinde (die NRZ berichtete) und jetzt fiel ihnen auch der Ersatzbaum zum Opfer. Nur drei Tage nach der Pflanzung wurde auch der Stamm der neuen Linde durchgesägt. An einen Zufall will Horst Verhoeven da nicht glauben: „Irgend jemand will unserem Heimatverein und den Mitgliedern schaden“.

Rückblick: Im vergangenen Jahr stiftete der Kreisverband für Heimatpflege 65 Kaiserlinden. Die Bäume sollten an das Jahr 1913 erinnern. In jenem Jahr wurde der Verein gegründet. Außerdem besuchte Kaiser Wilhelm II. 1913 Geldern und feierte obendrein sein 25-jähriges Thronjubiläum – deshalb der Name „Kaiserlinde“. Die Bäume wurden zusammen mit den einzelnen Heimatvereinen an besonderen Stellen gepflanzt.

In Griethausen wurde der Baum am ehemaligen Bahndamm gesetzt. Dazu kam eine Bank, um für die zahlreichen Radfahrer im Sommer einen Ruheort zu schaffen.

Mitglieder des Heimatvereins Griethausen bemerkten Ende Januar, dass jemand den Stamm des Baumes fast vollständig durchgesägt hatte, die zwei Baumhälften wurden nur von einer dünnen Schicht Rinde zusammen gehalten. Der Verein erstattete Anzeige gegen Unbekannt und setzte eine Belohnung aus. Der Kreisverband stiftete dann Ersatz für die zerstörte Kaiserlinde.

Erst am Wochenende haben ehrenamtliche Helfer die „Tilia“ wieder an der gleichen Stelle in die Erde eingebuddelt. Doch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde erneut der Stamm durchgesägt. Der Baum sei von den Tätern gezielt ausgesucht worden, glaubt Verhoeven. Nur einige Meter vom Tatort entfernt stehen andere junge Bäume, die nicht angerührt wurden. Wie es weitergeht, bleibt ungewiss. Auch der Vorsitzender des Kreisverbandes zeigte sich ratlos. „Man kann ja nicht ständig jemanden dorthin stellen, der den Baum bewacht“ so Hans-Gerd Kersten.