Udo Janssen tritt überraschend an

Udo Janssen (rechts) tritt gegen Wolfgang Gebing (links) um den Posten des Bürgermeisterkandidaten an.
Udo Janssen (rechts) tritt gegen Wolfgang Gebing (links) um den Posten des Bürgermeisterkandidaten an.
Foto: WAZ FotoPool
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende kündigte gestern Nachmittag seine Kandidatur zum Bürgermeisterkandidaten an. Heute Abend Kampfabstimmung im Kolpinghaus

Kleve..  Jörg Cosar war „zu tiefst überrascht“, als er gestern Nachmittag um 16.58 Uhr einen Anruf von Udo Janssen erhalten hat. Udo Janssen hat ihm mündlich mitgeteilt, dass er sich heute Abend bei der Mitgliederversammlung der CDU im Kolpinghaus um die Kandidatur des Bürgermeisteramtes bewerben möchte. Kurz vor knapp löst Janssen damit eine überraschende Kampfabstimmung innerhalb der Partei aus.

Der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende sei von vielen Leuten in der Partei angesprochen worden, die ihm ein positives Signal vermittelt hätten. Janssen hätte in den vergangenen Tagen mit vielen Mitgliedern telefoniert. Er gehe davon aus, dass die Mitglieder ihn auch wählen werden, so Janssen im Gespräch mit der NRZ.

„Zuspruch kann ich nicht erkennen.“

Dass er seine Entscheidung so spät getroffen hat, begründet er mit seiner Gesundheit. Er habe lange mit seiner Frau über diesen Schritt nachgedacht. Denn er wisse auch, welchen Stress das Amt des Bürgermeisters mit sich bringe. „Das war keine spontane Entscheidung“, so Janssen. Nach seiner schweren Operation im Sommer habe er auch schauen wollen, ob er gesundheitlich wieder fit ist: „Jetzt weiß ich, dass ich es bin“, so Udo Janssen.

Janssen möchte als Bürgermeister Verwaltungabläufe straffen, den Einzelhandel stärken und Kleve stärker als Einkaufsstadt positionieren. Auch die wirtschaftliche Entwicklung Kleves möchte er voran treiben.

Eine Spannung zwischen ihm und dem Parteivorstand bzw. der Fraktion kann er nicht erkennen. Die NRZ-Nachfrage, ob es nach seiner Abwahl als Fraktionsvorsitzender nicht zu deutlichen Spannungen in der Partei zwischen ihm und dem neuen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gebing gekommen sei, sagte Janssen: „Nicht das ich wüsste.“

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Jörg Cosar sagte der NRZ, dass er „zutiefst überrascht“ sei. „Ich bin deswegen so überrascht, weil sich der Stadtverbandsvorstand einstimmig für Gebing ausgesprochen hat. Auch die Ortsverbände und die Vereinigungen wie SeniorenUnion und FrauenUnion haben ihre Zustimmung für Wolfgang Gebing signalisiert. Da wundert es einen schon, wenn man 24 Stunden vor der Wahl noch eine Kandidatur vorgelegt bekommt“, so Cosar. Gleichwohl betont der Parteivorsitzende, dass es das gute demokratische Recht Janssens sei, sich zu bewerben. „Aber einen großen Zuspruch in der Partei kann ich nicht erkennen, sonst hätte ich auch anders auf eine mögliche Kandidatur reagiert“, so Cosar. Udo Janssen sagte zu seiner späten Bewerbung: „Es gab keine Abgabefrist.“

Gebing: „Ich bin überrascht“

Wolfgang Gebing, der vom Vorstand des Stadtverbandes unterstützt wird, erfuhr gestern Abend von der NRZ, dass es mit Janssen einen Gegenkandidaten gibt: „Ich bin überrascht, aber nicht erschüttert.“

 
 

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