Trauer um Maria Kisters

Der Name Maria Kisters steht in Kleve für großes soziales Engagement.
Der Name Maria Kisters steht in Kleve für großes soziales Engagement.
Foto: WAZ FotoPool
Die Klever Ehrenbürgerin ist Montagabend im Alter von 86 Jahren in ihrem Haus verstorben. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie viele soziale Projekte unterstützt

Kleve.  Die Klever Ehrenbürgerin Maria Kisters ist am Montagabend in ihrem Haus an der Kermisdahlstraße im Alter von 86 Jahren gestorben. Sie gründete 1957 mit ihrem Mann Karl Kisters ein Maschinenbauunternehmen, welches sehr erfolgreich war. Ihr Mann, der im Oktober 2008 verstarb, war ein Pionier der Verpackungsindustrie, Maria Kisters selbst hat sich um die Finanzen gekümmert. Ein Teil der Unternehmensgewinne floss 2002 in die Karl- und Maria Kisters-Stiftung, von der heute viele gemeinnützige Organisationen und Ausbildungsbetriebe profitieren.

Bis zuletzt aktiv in der Stiftung

Michael Rübo, Geschäftsführer der Stiftung, besuchte Maria Kisters noch am Freitagabend und sprach mit ihr über die Klever Nacht der Ausbildung: „Bis zuletzt hat sie sich immer sehr für die Arbeit interessiert, sie fragte immer nach, wollte immer alles genau wissen“, so Rübo. So sei sie noch bis vor ein paar Monaten regelmäßig im Büro erschienen. Maria Kisters unterhielt bis ins hohe Alter einen großen Freundeskreis. Sie habe gerne in Moyland Golf gespielt und mit ihren Golf-Damen ein freundschaftliches Verhältnis gepflegt, so Rübo. Zugleich sei Maria Kisters eine sehr zurückhaltende Persönlichkeit gewesen. „Man musste erst zwei Mal ihr Haus betreten, um sie kennen zu lernen“, schildert Rübo. Ihr Vertrauen habe man sich erarbeiten müssen. Wenn man es aber gewonnen habe, dann sei Maria Kisters auch sehr offen gewesen, so Rübo.

Für Kleve sei ihr Tod ein großer Verlust. Das soziale Engagement des Ehepaares sei beispielhaft gewesen. Beiden sei es wichtig gewesen, notdürftigen Menschen in der Stadt zu helfen. Davon profitierten immer wieder das Rote Kreuz, die Klosterpforte, die Netzgruppe, die Pfarrgemeinde Unterstadt, das Frauenhaus und der Blindenverein – um nur einige soziale Projekte zu nennen.

Im Jahr 2006 wurden Karl und Maria Kisters mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Kleve ausgezeichnet und auch die Realschule wurde nach ihnen benannt. Die Mitarbeiter der Stiftung trauern: „Es wird jetzt anders werden, wenn sie nicht mehr auf dem Flur erscheint und wenn der Geist der Unternehmensgründer nicht mehr da ist“, sagt Michael Rübo. Mit einem Neffen bereitet er die Beerdigung vor.

 
 

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