Traditionsgaststätte Tön am Berg findet keinen Nachfolger

Foto: Kleve

Goch-Pfalzdorf.  Die Traditionsgaststätte Tön am Berg wird voraussichtlich in den „nächsten drei bis fünf Jahren“ schließen müssen. So schätzen es die Betreiber Christel und Franz Terörde ein. Weil sie seit Monaten keinen Nachfolger für den Betrieb finden, aber irgendwann selber einmal in Ruhestand gehen möchten, stellten sie beim städtischen Bauausschuss den Antrag auf „Änderung der planungsrechtlichen Zulassung“. Nach Terördes Plan sollen auf dem Gelände Wohnungen entstehen.

Einstimmiges Ausschuss-Votum

„Als Pfalzdorfer finde ich das grundsätzlich schade“, erklärte Bauausschuss-Mitglied Johannes Verhoeven (CDU) bei der Sitzung Donnerstagabend, der der langen Tradition der Gaststätte huldigte und klarstellte, dass solch ein Ort künftig den Pfalzdorfer, wie allen anderen Gochern, stark fehlen werde. Dennoch stimmte auch Verhoeven im Sinne des Eigentümerehepaares und macht mit den Weg frei für einen veränderten Zweck des Gebietes, mit einem einstimmigen Votum. Bisher sieht der Flächennutzungsplan eine landwirtschaftliche Nutzung vor.

Terördes müssen die in dritter Generation geführte Gaststätte aus Altersgründen irgendwann schließen. Ein Verkauf sei schwierig, weil laut Schreiben an die Stadt „grundlegende Sanierungsarbeiten“ notwendig seien. Bisher seien alle Verkaufsversuche gescheitert, trotz eines anvisierten „moderaten“ Preises.

Sechs neue Gebäude

Darum hätte man „grundlegend neu überlegt“, um den Wert des Grundstücks „nachhaltig zu erhalten“. Wenn es nach den Wünschen der Terördes geht, könnten die beiden dort im vorderen Bereich der Klever Straße vier zwei- bis dreigeschossiges Wohngebäude bauen lassen – anstelle der bisherigen Gebäude. Dahinter, Richtung Eycksche Straße, hoffen die beiden zwei Einfamilienhäuser errichten zu können. In eines davon wollen sie später selber einziehen. Eine entsprechende Entwurfszeichnung des Gocher Architekten Klaus Völling schickten Terördes direkt mit.

Ob die Wohnbebauung nachher so aussieht, sei mal dahingestellt. Fest steht, dass die seit 1980 von Christel und Franz Terörde geleitete Gaststätte in den nächsten Jahren ohne Nachfolger dasteht. In der eigenen Familie gebe es keinen Nachfolger. Irgendwann ist die Arbeit, die in Gaststätte, Wintergarten, Weinstube, den beiden Veranstaltungssäle oder der Kegelbahnanlage steckt, einfach nicht mehr leistbar. Etwa 600 Quadratmeter Fläche werden bewirtschaftet. Allein im großen Saal können gut 250 Gäste bei großen Veranstaltungen zusammen kommen.

 
 

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