Traditions-Geschäft Kotters begann als Kaffeemühlenschmiede

In Kleve hatte sich Familie Kotters 1830 auf Kaffeemühlen spezialisiert.
In Kleve hatte sich Familie Kotters 1830 auf Kaffeemühlen spezialisiert.
Foto: NRZ
Teil 2 der „Klever Schätze“: 1830 gründete Schmied Theodor Kotters seine Werkstatt – für Kaffeemühlen. Schon bald ging es auch um den Vertrieb von Eisenwaren, Hausrat und Solinger Schneidwaren. Seit 2012 in vierter Generation an der Kavarinerstraße.

Kleve..  Ende des 17. Jahrhunderts begann der Kaffee mit der Eroberung Europas. 1673 öffnete das erste deutsche Kaffeehaus in Bremen seine Pforten, 1685 folgte Wien. Wann die Klever den Kaffee für sich entdeckten, ist nicht genau bekannt. Wie selbstverständlich der Kaffeegenuss am linken unteren Niederrhein wurde, kann man aber indirekt belegen. Denn um Kaffee zu genießen, müssen zunächst die Bohnen gemahlen werden. Dazu braucht man Kaffeemühlen. Die mussten tüchtige Handwerker Stück für Stück schmieden. In Kleve hatte sich Familie Kotters darauf spezialisiert. 1830 gründete der Schmied Theodor Kotters seine Werkstatt. Und legte damit den Grundstein für ein bis heute erfolgreiches Familienunternehmen.

Das stellte sich immer wieder den Herausforderungen der Zeit. Schon bald ging es nicht mehr um die Herstellung von Kaffeemühlen, sondern um den Vertrieb von Eisenwaren, Hausrat und Solinger Schneidwaren. Sicher auch ein beliebtes Einkaufsziel der zahlreichen Kurgäste in Bad Cleve. Außerdem richtete Familie Kotters eine erfolgreiche dampfbetriebene Schleiferei ein. Schon 1920 hielt Kotters für seine Kunden Waren von Qualitätsmarken wie Zwilling, Dreizack und Herder bereit. Das zeigt, wie man auch in schwieriger Zeit nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg nach vorne blickte.

Das musste auch der Messerschmiedemeister und Bauschlosser Hans Kotters. Bombenangriffe hatten das Unternehmen im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Hans Kotters musste es wieder aufbauen. Das bedeutete zum Beispiel, mit dem Fahrrad nach Solingen ins Bergische Land zu fahren, um dort Waren einzukaufen. Und das bedeutete, Waren gegen Lebensmittel einzutauschen, denn bis zur Währungsreform war das Geld bekanntlich nichts wert. „Ohne seine Frau Leni, geborene Lantzerath, hätte Hans Kotters diesen Wiederaufbau nicht bewältigt“, heißt es in der Firmenchronik dankbar.

Der eingeschlagene Weg erwies sich als richtig, Hans’ Sohn Johannes wurde 1966 gar Bundessieger im Messerschmiedehandwerk. Im Laufe der folgenden Jahre vergrößerten die Brüder Michael und Johannes Kotters die Verkaufsfläche auf der Kavarinerstraße erheblich. Heute gibt es dort neben hochwertigen Schneidwaren auch Haushaltswaren, Glas und Porzellan, Geschenkartikel, Alarmpistolen, Sportwaffen, Schließzylinder und Schlösser. Neben Schlüsselanfertigungen und Gravuren für Bestecke und Taschenmesser veranstaltet Kotters auch regelmäßig Kochabende. Seit 2012 leiten Michael und Cornelia Kotters in der vierten Generation das Geschäft, unterstützt von Tochter Michaela, und Schwiegersohn Marco Haan und weiteren Mitarbeitern. Online gibt es Kotters unter www.kotters.de

 

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