Theisen las aus „Nerd forever“-Büchern

Manfred Theisen hatte bei der Lesung in Goch viel Spaß.
Manfred Theisen hatte bei der Lesung in Goch viel Spaß.
Foto: WAZ FotoPool
Gestern las der Kölner Autor Manfred Theisen aus den Jugendbüchern der Reihe „Nerd Forever“ vor Sechst-Klässlern im Gymnasium vor. Die Aktion war Teil der „Leseförderung“

Goch.  „Gut, dass ich keinen Rock anhabe“, scherzte der Autor Manfred Theisen gestern im Gymnasium. Denn dann las er aus seinen Jugendbüchern „Nerd Forever – Im Würgegriff der Schule“ und „Nerd Forever² – Ich glaub, mich trifft der Ball“ in zwei Durchläufen vor insgesamt rund 100 Schülerinnen und Schülern der 6. Klassen. Passend zur Fußball-WM erklärte er den Kindern, warum „Arschkarte“ Arschkarte heißt – und zwar weil der Schiedsrichter beim Fußball früher die gelbe Karte in der Brusttasche und die rote Karte in der Gesäßtasche bewahrte – und dass Latein doch ganz einfach zu lernen sei. Man müsse einfach nur ein „-us“ ans Wort hängen. Und er nennt gleich zwei Beispiele, und zwar „Kaktus“ und „Zungenkuss“.

Evelyn Unruh, 12, aus der 6a gefiel die Lesung. „Ich fand’s ganz gut“, sagt sie. „Ich konnte auch lachen.“ Als Autor Theisen den Schweißgeruch von Füßen beschreibt, nimmt er Evelyn einfach mal auf die Schippe, in dem er sie als Beispiel heranzieht. Die sieht es aber mit Humor – und hat vor Lachen schon Tränen in den Augen.

Theisen liest aus den Büchern vor, erzählt darin von einem Nerd, dessen Vater für die Internetzeitschrift „The New Nerd“ schreibt und seinen Sohn als Testkaninchen für Gadgets (technische Spielereien) missbraucht. In den Büchern ist natürlich ganz viel Satire und „vielleicht auch Politik“, sagt Theisen. Neben Problemen in der Schule, die aus der Politik resultieren, sind nicht nur die Lehrer und Schüler selbst gefordert, sondern auch die Eltern. „Es gab früher noch bestimmte Zeiten, da mussten die Eltern ihre Kinder erziehen.“ Weil es für Eltern schwierig sei, ihrem Kind den Schokoriegel zu verbieten und sie stattdessen zum Apfelessen zu animieren, „haben die Eltern sich überlegt, dass die Lehrer die Kinder ‘gesund’ erziehen sollen.“ Theisen übt auch Kritik am deutschen Schulsystem. Er vergleicht es mit dem Dänischen, wo es kleinere Schulklassen gibt und deswegen „auch so gut wie kein Mobbing.“ Der Autor rät den Schülern auf keinen Fall zu lachen, wenn ein Mobber einen Witz auf Kosten anderer macht, denn dann gebe man diesem eine Plattform. Auch empfiehlt er den Schülern auf jeden Fall genug zu essen, damit sie nicht dünner werden als Barbie. Die Autorenlesung war Teil der Leseförderung für die Jahrgangsstufe 6 in Kooperation mit der Völckerschen Buchhandlung.

 
 

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