Spannende Grenzregion

Euregio-Sprecherin Heidi de Ruiter, Dr. Martin van der Velde von der Radboud-Universität Nimwegen, Prof. Victor Konrad von der Carleton University und Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps.
Euregio-Sprecherin Heidi de Ruiter, Dr. Martin van der Velde von der Radboud-Universität Nimwegen, Prof. Victor Konrad von der Carleton University und Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps.
Foto: NRZ
Wissenschaftler aus der ganzen Welt analysieren das Leben an einer Grenze.

Kleve..  Manchmal benötigt man den Blick von außen, um festzustellen wie gut man es doch hat. In der deutsch-niederländischen Grenzregion wird gerne kritisch auf das geschaut, was alles nicht funktioniert. Man blickt auf die Punkte, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten im gesellschaftlichen Miteinander gibt, wo sich Behörden besser abstimmen können oder wo z.B. die gesundheitliche Versorgung für Grenzgänger noch zu verbessern wäre. „Das Leben in einer Grenzregion ist ein fortwährender Prozess der Verbesserung“, sagt Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps. Die physische Grenze könne man zwar entfernen, aber es gibt noch so viele Dinge, wo Grenzen bestehen – in der Sprache, in der Kultur, in der Gesellschaft.

Wer sich aber mit Victor Konrad unterhält, der erkennt auch, dass abseits der täglichen Arbeit an Verbesserungen die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der Euregio Rhein-Waal bereits sehr gut funktioniert. Victor Konrad ist Professor an der Carleton University in Ottawa (Kanada) und untersucht weltweit mit zahlreichen anderen Wissenschaftlern und Projektpartnern das Zusammenleben entlang von Grenzen: „Grenzen gibt es überall auf der Welt und in jeder Region gibt es spezifische Probleme und unterschiedliche Arten des Zusammenlebens“, sagt Konrad. Ziel des Projektes „Borders in Globalization“ sei es, von diesen unterschiedlichen Herangehensweisen zu lernen.

Die Zusammenarbeit in der Euregio Rhein-Waal habe ihn beeindruckt. Vor allem der Austausch der Polizeibehörden sei vorbildlich und davon könne auch die Grenzregion seiner Heimat in Nordamerika profitieren. Interessiert blickte der Wissenschaftler auch auf die Entwicklungen der grenzüberschreitenden schulischen Ausbildung in Kranenburg. „Aufgrund der vielen Niederländer gebe es in Kranenburg ein ansprechendes Bildungsangebot“, so Konrad.

Das Leben an einer Grenze kann sehr spannend und bereichernd sein – aber auch sehr differenziert. Während man beim Einkaufen im Nachbarland die Andersartigkeit der Städte, die Sprache und der Waren im Supermarkt schätzt, möchte man auf dem Arbeitsmarkt gerne solche Überraschungen vermeiden und wünscht sich eine Harmonisierung der Arbeitsbedingungen, sagt Dr. Martin van der Velde, der für die Radboud-Universität Nimwegen auch in dem Projekt aktiv ist.

Euregio-Geschäftsführer Sjaak Kamps ist sehr interessiert an den Ergebnissen des Projektes. Der Austausch in Kleve habe gezeigt, dass man neu über das Thema reflektiere und neue Ansätze für die Grenzregion finde.

 
 

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