Sontowski droht mit Schadenersatz

Heute entscheidet der Klever Stadtrat über das Sontowski-Projekt.
Heute entscheidet der Klever Stadtrat über das Sontowski-Projekt.
Foto: NRZ
In einer exklusiven Stellungnahme für die NRZ betont der Investor, dass man sich an alle Vorgaben gehalten habe. Im Falle einer Ablehnung sei man in einer zu „Schadenersatz berechtigten Position“

Kleve..  In den Ratssitzungen hörte sich alles immer so schön einfach an: „Wir verloben uns vorerst nur“ und die eigentliche Heirat erfolgt später. So hieß es gerne von der Verwaltung und in der Politik auf Pressekonferenzen und in Ratssitzungen. Doch wie das mit einer enttäuschten Liebe so ist: Sie endet oft im Rosenkrieg. Und genau das könnte der Stadt Kleve nun blühen.

In einer Stellungnahme teilt der Erlangener Investor Klaus-Jürgen Sontowski der NRZ exklusiv mit, dass man über die Äußerungen bezüglich einer Ablehnung seines Geschäftshauses nur „großes Unverständnis“ zeigen könne. Trotz langjähriger Vorbereitungen wolle man nun im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahl „einige Prinzipien einer wettbewerbsgetreuen Abwicklung der Meinungsmache weniger engagierter Gegner“ opfern.

Klaus Sontowski macht in dem Schreiben unmissverständlich klar: „S&P sieht sich im Falle einer Ablehnung in einer zu Schadenersatz berechtigten Rolle.“ Welchen genauen Schaden das Unternehmen in so einem Falle gelten machen möchte und in welcher Höhe dies ausfallen mag, wollte das Unternehmen auf NRZ-Nachfrage noch nicht mitteilen.

Grundstückszuschlag wird erwartet

Klaus-Jürgen Sontowski sieht aus seiner Sicht alle Vorgaben erfüllt. „Im Rahmen der Europäischen Ausschreibung wurden alle architektonischen Vorschläge sowie erforderlichen Unterlagen und Dokumentationen vollständig beigebracht und vorgestellt.“ Rückfragen der Stadtverwaltung seien immer „stets umfänglich beantwortet“ worden. Sontowski fordert: „Nach erfolgter Auswahl im Wettbewerbsverfahren zuzüglich der Lieferung aller Planungen, Unterlagen und Dokumentationen wird nun auch der Grundstückszuschlag erwartet.“

Sontowski versteht offenbar die politische Welt in Kleve nicht mehr. Man habe mehrere Jahre an den Vorplanungen gearbeitet, gemeinsam mit der Verwaltung, man sei als Sieger aus einem europäischen Wettbewerbsverfahren hervor gegangen sowie „unzähligen Abstimmungen“. Das Unternehmen befinde sich nun auf einmal „unfreiwillig in einer unzulässigen wie verspäteten Fundamentaldiskussion um die Bebauung des Quartiers.“

Die Stellungnahme des Unternehmers lag der Stadt Kleve gestern noch nicht vor. Auf NRZ-Anfrage sagte Kämmerer Willibrord Haas: „Kein Kommentar“. Er könne keine Fragen beantworten. Der Rat der Stadt müsse jetzt am Mittwoch erst einmal entscheiden. Und danach werde die Verwaltung als Vergabestelle dem Unternehmen Sontowski die Entscheidung mitteilen.

Die NRZ wollte unter anderem wissen, warum der Investor Sontowski nicht (wie von der Politik angekündigt) eingeladen wurde und wie die Stadtverwaltung die juristischen und finanziellen Konsequenzen einer Absage einschätzt.

 
 

EURE FAVORITEN