„So auf jeden Fall nicht“

Kleve..  Brauchen wir eine Bebauung des Minoritenplatzes überhaupt? „So auf jeden Fall nicht“, sagt Bildhauer und Kleve-Liebhaber Max Knippert. Er hat das Workshop-Verfahren zur Unterstadtgestaltung sehr intensiv begleitet und findet heute kaum noch Elemente wieder, die einst angedacht waren: „Das gute Konzept wurde zu 180 Grad in den Sand gesetzt“, sagt Knippert. Die bislang vorgestellten Bauten enttäuschen ihn: „Das ist für mich keine Architektur, sondern das sind Funktionsbauten, die in ein Gewerbegebiet gehören.“

„Klever sind kritiklos“

Knippert bemängelt, dass man künftig vier solitäre Baukörper bekomme, obwohl man doch einst ein Zusammenspiel wollte. Auch die Transparenz des Werkstattverfahrens sei gänzlich verschwunden, sagt Knippert. Schade findet er auch, dass Künstler und Kreative in dem Konzept nicht mehr vorgesehen sind: „Eine Bank und ein Hotel ziehen eben eine bestimmte Klientel an. Eine Bank ist nach 17 Uhr ein totes Gebäude. Das Werkstattverfahren war ein Konzept für die ganze Bevölkerung, jetzt werden hier drei Einzelinteressen umgesetzt. Das ist der eigentlich Skandal. Und was mich wirklich wundert, ist diese Kritiklosigkeit der Klever.“ Mehr Mitsprache fordert Knippert für die Bürger: „Es gibt immer noch keinen Gestaltungsbeirat in Kleve. Schade eigentlich.“

Jörg Hopmans vertritt die Klever Kaufmannschaft im City-Netzwerk. Als deren Vorsitzender wundert er sich, dass sich noch niemand von Sontowski & Partner mit der Klever Kaufmannschaft auseinander gesetzt hat. Denn die Einzelhändler wissen selbst am besten, was in Kleve an Besatz fehlt.

Umsätze im Handel gehen zurück

Hopmans betont, dass die Qualität des Handels künftig besser werden muss. Das zeigten auch mehrere aktuelle Handelsstudien. Dass Kleve weitere 6900 Quadratmeter Einzelhandelsfläche benötige, bezweifelt er. Und weist u.a. auf die Leerstände in der Kavarinerstraße. Auch der Umsatz in Kleve sei von 379 Millionen Euro auf 352 Millionen Euro (2012) zurückgegangen. Auch das ein Zeichen, dass Kleve nicht unendlich wachse.

Zu den Plänen von Sontowski & Partner möchte und kann er nichts sagen: „Da werden ja jetzt neue Entwürfe gezeigt.“

Für Hopmans ist es wichtig, dass der Einzelhandel in Kleve sinnvoll ergänzt wird. So fehlen vor allem Geschäfte für junge Leute. „Kleve bietet ganz viel für die Generation über 40 Jahre. Hier fehlen aber die jungen Modemarken oder Game-shops“, sagt er. Sein Rat an die Politik: „Bevor man eine große Entscheidung trifft, sollte man die eingeleitete Entwicklung erst einmal abwarten.“

 

EURE FAVORITEN