Skepsis über die Super-Brücke

Die vorgestellte Fußgängerbrücke zwischen Düffelward und Schenkenschanz
Die vorgestellte Fußgängerbrücke zwischen Düffelward und Schenkenschanz
Foto: NRZ
Eigentlich ein sehr schönes Bauwerk, diese Fußgängerbrücke zwischen Düffelward und Schenkenschanz. Vielen Politikern scheint das vorgestellte Objekt aber viel zu groß zu sein

Kleve.  Ein Hingucker wäre diese Brücke auf jeden Fall, eine auffällige Landmarke, ein Erlebnis für die Region. Aber viele Klever Politiker können sich mit der vorgestellten Lösung für die Fußgängerbrücke von Schenkenschanz nach Düffelward offenbar nicht anfreunden. Bürgermeister Theo Brauer sagte bereits während der Ratssitzung: „Das ist eine Brückenkonstruktion, die nicht annähernd in die Landschaft passt. Ich hätte mir auch eine schönere Brücke gewünscht.“

Die technischen Vorgaben seien aber sehr umfangreich gewesen, führt Tiefbauamtsleiter Willibrord Janßen aus. Er erklärte, dass man sich mit fünf Varianten auseinander gesetzt habe, darunter befand sich auch eine Hängebrücke und eine Bogenbrücke. Erstellt wurden die Ausführungen von Gerhard Setzpfandt aus Weimar. Er hatte sich im Vorfeld mit den zuständigen Behörden und Umweltverbänden auseinandergesetzt. Der vorliegende Entwurfe wäre genehmigungsfähig.

Kosten: 3,65 Millionen Euro

Die Brücke orientiert sich in der Höhe an den vorhandenen Deichen. Der Radweg liegt 4,95 Meter über die Deichhöhe Düffelward. Die Vorgabe war, dass auch bei Hochwasser noch Schiffe auf dem Altrhein passieren können und in diesem Falle müssten die Stützpfeiler auch einer Kollision mit einem Schiff standhalten. Die Brücke wäre 348 Meter lang und recht schmal: Sie ist nur für Fußgänger und Radfahrer geeignet.

Die Kosten für die neue Brücke sind mit 3,65 Millionen Euro zwar enorm. Aber vor dem Hintergrund der jährlichen Betriebskosten für die Fähre in Höhe von 350 bis 360 000 Euro im Jahr (netto) würde sich ein Brückenbau schnell rentieren.

Vor der Sitzung sagten einige anwesende Schänzer gegenüber der NRZ, dass eine Brücke die beste Lösung für die Schanz sei. Dann hätte man alle Freiheiten. Die jetzige Fährverbindung sei für die Schänzer völlig unzureichend. Die Fährzeiten würden keine Rücksicht auf die Schänzer nehmen. Die Fähre nimmt den Betrieb erst um 11.30 Uhr auf. Kämmerer Willibrord Haas bestätigte, dass mit der Änderung der Fährzeiten und der Einführung von Benutzungsgebühren die Schänzer die Fähre deutlich weniger nutzen.

 
 

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