Schüler experimentieren in der Uni

Damian Bungart
Schüler der Klasse 9 probieren einen der Experimentierkoffer aus.
Schüler der Klasse 9 probieren einen der Experimentierkoffer aus.
Foto: WAZ FotoPool
An der Hochschule Rhein Waal startete ein Projekt, um Kinder frühzeitig für Naturwissenschaften zu begeistern. Spendevon örtlichem Unternehmen gab den Anstoß für das Schülerlabor am Campus Kleve.

Kleve.  „Ein Land voller Eventmanager bringt unsere Gesellschaft nicht voran“. Mit dieser Aussage greift Manfred Bergsch, Geschäftsführer des Klever Analysegeräteherstellers Spectro, einen aktuellen Trend bei der Berufswahl von jungen Mensch auf. Und begründet damit, warum die Ametek Foundation, zu der Spectro gehört, den Weg dafür ebnete, Schüler schon frühzeitig für die eher unpopulären naturwissenschaftlichen Disziplinen zu begeistern.

Förderung von Land und EU

30 000 Euro stellte Ametek dem zdi-Zentrum Kreis Kleve clever MINT an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) für sein Schülerlabor „Energie“ zur Verfügung. Zusätzlich erhielt die Uni Fördergelder vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union in Höhe von 36 000 Euro. „Mit diesem Startkapital haben wir nun einen guten Einstieg in das Projekt geschafft“, sagt Prof. Dr. Gerhard Heusipp, Leiter des Zentrums für Forschung, Innovation und Transfer auf dem Klever Campus der HSRW. Zu den Anschaffungen, die dafür notwendig waren, zählen unter anderem Experimentierkoffer. Darin befinden sich verschiedene Instrumente aus der Physik, mit denen sich das Themenfeld Energie praxisnah vermitteln lässt.

Wissenschaft ausprobieren

Als erste Wissenschaft ausprobieren durften gestern zwölf Schüler der 9. Klasse des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums. Unter Anleitung von Physikprofessor Georg Bastian lernten sie dabei Solarsysteme zu verstehen. „Wie fange ich das Sonnenlicht ein und erzeuge damit Energie?“ war eine der Fragen, der Prof. Bastian mit seinen jungen Schülern nachging.

„Diese Art von Unterricht kommt im normalen Schulalltag oftmals zu kurz“, sagt Steffen Kluge, Lehrer für Mathematik, Physik und Sozialwissenschaften am Freiherr-vom-Stein. Während auf Berufskollegs noch häufiger einmal Praxisbeispiele zur Anwendung kämen, wäre es am Gymnasium schwieriger die Schüler durch eigenes Erproben technische und naturwissenschaftliche Themen näher zu bringen.

An der Hochschule passiert das künftig nicht nur im Labor in Gebäude 13. Einer der nächsten Unterrichtsinhalte wird das Bauen eines mit Sonnenenergie betriebenen Solarbootes sein. Welche Schüler dieses Experiment durchführen ist noch nicht klar. Alle Schulen im Kreis Kleve sind aufgerufen sich für das Schülerlabor zu bewerben. „Wir bieten Lehrwerkstätten für Grundschüler bis hin zu Abiturienten an“, verdeutlicht Martina Bracht-Nienaber, Projektkoordinatorin des zid-Zentrums Kreis Kleve cleverMINT, das große Spektrum des Schülerlabors „Energie“.