Salafisten aus Kleve und Nimwegen nach Syrien

Kranenburger Salafist war kurzzeitig in Kleve. Fünf Nimweger schlossen sich einer dschihadistischen Bewegung an

Kleve/NImwegen.  Der Kranenburger Salafist Abu Zulfiqar war Medienberichten zufolge aus dem Kriegsgebiet Syrien nach Kleve zurückgekehrt, um sich kurze Zeit später wieder zurück in den Krisenherd zu begeben. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, war der 21-Jährige im Januar erst nach Düsseldorf gereist, um sich in der dortigen Universitätsklinik an seinem Bein behandeln zu lassen. Er soll auch kurze Zeit später von Augenzeugen in Kleve gesehen worden sein. Wochenlang haben Ermittler den Verdächtigen verfolgt, sich aber wohl gegen einen Zugriff entschieden. Die lokale Polizei soll nicht über die Beschattung informiert gewesen sein.

Wie der „Focus“ berichtet, soll sich Abu Zulfiqar auch im Klever Krankenhaus um eine Behandlung seines Beins bemüht, sich letztendlich aber doch gegen den Eingriff entschieden haben. Demnach hätten die Ermittler kurze Zeit später die Spur des Salafisten verloren, ehe er wieder in Syrien auftauchte. Ungeklärt bleibt, wie er den Behörden entwischen konnte. Es ist nicht das erste Mal, dass Abu Zulfiqar unbehelligt ausreisen konnte. Schon vor seinem ersten „Einsatz“ in Syrien war der Salafist in Düsseldorf Polizei und Sicherheitsbehörden aufgrund seiner extremistischen Einstellung aufgefallen.

Terrormiliz IS angeschlossen

Abu Zulfiqar war Schüler einer Realschule in Kleve, ehe er zur Hanna-Heiber-Hauptschule nach Kranenburg wechselte. Dort machte er mit durchschnittlichen Noten seine Mittlere Reife. Er galt als interessierter und unauffälliger Schüler. Zuletzt sollen Bekannte versucht haben, den 21-Jährigen zum Verbleib in Deutschland zu bewegen. In Syrien soll er jetzt für die Terrormiliz IS kämpfen.

Die Stadt Nimwegen teilte gestern mit, dass fünf Menschen aus der Stadt nach Syrien gereist sind, um sich dort einer dschihadistischen Gruppe anzuschließen. Es gehe um eine Familie mit zwei minderjährigen Kindern und eine weitere Person. Bürgermeister Hubert Bruls hat den Nimweger Stadtrat gestern darüber informiert. Es habe im Vorfeld keine Anzeichen gegeben, dass die Familie nach Syrien reisen wollte.

Die Stadt Nimwegen intensiviert nun ihre Beobachtungen in einigen Stadtteilen. Die Verwaltung werde nun mit örtlichen Organisationen darüber sprechen, wie man eine Radikalisierung innerhalb der Stadt verhindern könne.

 
 

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