Ryanair investiert mit drei neuen Routen in Flughafen Weeze

Kristin Dowe
Im Sommerflugplan 2016 soll es drei neue Ryanair-Routen vom Niederrhein aus geben.
Im Sommerflugplan 2016 soll es drei neue Ryanair-Routen vom Niederrhein aus geben.
Foto: Thorsten Lindekamp
Ryanair verhandelt mit Düsseldorfer Airport über ein "lukratives Zusatzgeschäft", so Manager David O'Brien. Und bekennt sich zum Niederrhein-Flughafen.

Weeze. „Wir bekennen uns weiterhin klar zum Flughafen Düsseldorf-Weeze.“ Das war die zentrale Botschaft, die Ryanair-Manager David O’Brien bei seinem Deutschland-Besuch in einem Pressegespräch zu vermitteln versuchte. Damit widersprach der Ire vehement allen Gerüchten, dass die Billigflug-Linie sich mittelfristig aus dem Geschäft mit dem Flughafen Düsseldorf-Weeze zurückziehen wolle – das Gegenteil sei der Fall: Vielmehr soll es im Sommerflugplan 2016 drei neue Routen geben, die Ryanair vom Niederrhein aus ansteuern wird.

Irische Airline ist wichtigster Geschäftspartner des Flughafens

Jeweils zweimal wöchentlich sollen die Maschinen ab dem kommenden Jahr die Ziele Comiso (Sizilien), Malta und Rhodos anfliegen. Damit bietet Ryanair insgesamt 41 Strecken von Weeze aus an – in Zahlen entspricht dies 133 Flügen in der Woche, 1,75 Millionen Kunden im Jahr und 1300 Arbeitsplätzen rund um den Flughafen. Innerdeutsche Flüge sind hingegen vorerst nicht geplant.

Flughafen Niederrhein WeezeHob 2003 die erste Ryanair-Maschine von Weeze aus ab, bleibt die irische Fluggesellschaft nunmehr der wichtigste Geschäftspartner des Flughafens. Dies betont auch Flughafen-Chef Ludger van Bebber: „Wir führen eine äußerst erfolgreiche Systempartnerschaft, da wir beide Kostenführer in unserer Branche sind und eine ähnliche Genetik besitzen“, erläutert van Bebber. Doch gelinge dies oftmals nur unter schwierigen Bedingungen: „Als Flughafen kann man keine gewöhnlichen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen treffen und etwa ins Ausland abwandern. Unsere Kapazität steht in 40 Hektar Beton."

Nicht das Ende des Engagements in Weeze

So könne der Flughafen Ryanair durch kosteneffizienten Personaleinsatz und zusätzliche Einnahmequellen wie etwa Gebühren für Parkplätze und Gepäckaufgabe besonders günstige Konditionen anbieten. Somit bange man in Weeze nicht um seinen besten Kunden: „Wir haben nichts zu befürchten, wenn Ryanair Düsseldorf ins Visier nimmt.“

Zwar liebäugelt Ryanair tatsächlich mit dem Flughafen Düsseldorf, doch sei man lediglich in Gesprächen – die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit hätten gerade erst begonnen, so O’Brien. Auch würde eine Zusammenarbeit nur ein lukratives Zusatzgeschäft und nicht das Ende ihres Engagements in Weeze bedeuten.