Prüfung geschafft

So besiegelten Stadtwerke-Geschäftsführer Carlo Marks und Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto (re.) im Mai 2013 die Unterzeichnung der Konzessionsverträge zu Wasser-, Gas-, sowie Stromnetze (Nieder- und Mittelspannung).
So besiegelten Stadtwerke-Geschäftsführer Carlo Marks und Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto (re.) im Mai 2013 die Unterzeichnung der Konzessionsverträge zu Wasser-, Gas-, sowie Stromnetze (Nieder- und Mittelspannung).
Foto: WAZ FotoPool
Das Bundeskartellamt hat Goch die Freigabe erteilt, mit RWE zwei Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Einmal für Gochs Stromverteilernetz, das andere für Kranenburg

Goch..  Zwei Aktenzeichen, zwei Freigaben. So sehen die Kurznachrichten des Bundeskartellamt in der Rubrik „Laufende Fusionskontrollverfahren“ aus. Wobei die Kontrolle beendet ist, seit 10. Dezember. Für Carlo Marks, Geschäftsführer der Stadtwerke Goch, steht nun der letzte Schritt an, den Plan zu vollenden und mit der RWE AG die Gründung der Gemeinschaftsunternehmen „Netzgesellschaft Stadtwerke Goch Netze GmbH“ (wobei auch die Kranenburger Stromverteilernetze geregelt werden) absolut dingfest zu machen.

Die Prüfung zur Gemeinschaftsaktion auf dem Stromverteilernetze-Markt ging zügig über die Bühne, so wie immer, wenn ein Vorhaben unproblematisch ist. Am 19. November hatten die beiden Akteure den Schritt beim Bonner Bundeskartellamt angemeldet (Aktenzeichen: B8-147/14 und B8-148/14) und vor Ablauf eines Monats war alles klar.

Dieser letzte Stempel war aber weniger als ein I-Tüpfelchen, auch wenn natürlich alles genau darauf hingearbeitet hat. Seit Juni 2013 – also kurz nachdem der 20-Jahresvertrag zwischen Stadt und Stadtwerke unterzeichnet wurde – dauerten die Verhandlungen mit RWE ums Netz. Denn diesmal sicherte sich statt des Energieriesens RWE erstmals die Stadtwerke Goch GmbH die Hoheit übers Netz. Für zwanzig Jahre und zwar für das Wasser-, das Gas-, sowie die Stromnetze der äußeren Stadtgebiete und des Mittelspannungsnetzes. Marks’ Wunschtermin, wann die Verhandlungen mit RWE um die Netzkilometer über die Bühne gegangen sein sollten, war dabei der jetzt anstehende Jahreswechsel.

Gestritten werden musste aber erst einmal darüber, wie viel die Netze überhaupt wert sind. „Da gibt es völlig unterschiedliche Vorstellungen, sie liegen um 100 Prozent auseinander“, hatte Marks auf NRZ-Nachfrage nach den ersten Verhandlungsmonaten deutlich gesagt. Denn früher hätte RWE den „Sachzeitwert“ (wie bei Autos) für die Netzstrecken erhalten, doch mittlerweile gibt es bei derartigen Verkäufen dafür nur noch den „Ertragswert“ (wie viel damit künftig verdient werden kann). Eigentlich wolle RWE auch gar nicht verkaufen, so Marks damals, darum wurde ums Geld aber eben auch um einen Rest an Einflussnahme gekämpft.

RWE hat sich Einfluss gesichert. Die nun beim Bundeskartellamt eingereichten Unterlagen zielen auf ein Gemeinschaftsunternehmen ab, mit gemeinsamer Kontrolle. Die Stadtwerke haben RWE also nicht das komplette Netz abgekauft. Sondern RWE behält Teile aus der Verhandlungsmasse und entlohnt die Stadtwerke dafür mit irgendeiner Dienstleistung.

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