Parookaville-Publikum ist ruhiger als das bei Rock am Ring

„Mögen Wahnsinn, Liebe, Glückseligkeit diese Stadt regieren“ ist Wunsch der Veranstalter.
„Mögen Wahnsinn, Liebe, Glückseligkeit diese Stadt regieren“ ist Wunsch der Veranstalter.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Parookaville: Zelt um Zelt, Gartenpavillon um Strandmuschel, Grill um Kühlbox geht es weiter, bis Stunden später 280.000 Quadratmeter besiedelt sind.

Weeze. Martin Eckardt hat den Überblick. Oben vom Info-Tower herab steuert er sein Team per Walky-Talky: Ordner in riesig langen Reihen aufgestellt, rot-weiße Absperrbänder zwischen sich gespannt, lenken in aller Ruhe die Masse Menschen: Erst mal vorrücken bis hier. Da sollen sich die ersten hundert Leute niederlassen. Schweigend finden sich die ersten bereit, ihr Zelt aufzustellen: Nahe an den Duschen ist es durchaus attraktiv. Eine Viertelstunde später wird der nächste Quader Wiese frei gegeben, die nächsten Gäste schieben vor und füllen das Grün mit Bunt: Zelt um Zelt, Gartenpavillon um Strandmuschel, Grill um Kühlbox. So geht es meterweise weiter, bis Stunden später 280.000 Quadratmeter besiedelt sind.

Die einen wollen nach vorn, die anderen nah ans „Desert Valley“ (= Sandgrube) mit seinen immensen Ausmaßen, der Rutsche und der Stage, von der schon am späten Vormittag Bässe und Beats den Rhythmus zum Zeltstangen-Stecken vorgeben. Viele der Parookaville-Einwohner haben wenig geschlafen, vor lauter Vorfreude, klar, und weil sie früh gestartet sind, um Staus zu umgehen. Jetzt legen sich die ersten hin, beschallt von allen Seiten und doch fallen die Augen zu. In den nächsten Nächten wird durchgetanzt.

„Mögen Wahnsinn, Liebe, Glückseligkeit diese Stadt regieren“ ist Wunsch der Veranstalter. Am Anreisetag gelingt das schon mal.

Der gruppendynamische Pavillon in der Mitte

„Hier ist das Publikum ruhiger als etwa beim Rock am Ring,“ sagt der Chef der Eckardt-Security. Martin Eckardt war auch im vorigen Jahr schon bei Parookaville und ordnete auch auf anderen Festivals. Er nimmt gern ein Team an Leuten mit, auf die er sich verlässt – die meisten aus Duisburg, einige aus Berlin oder auch Magdeburg. „Nee, lasst sie noch nicht weiter vor, da sind noch breite Lücken“ sieht er von oben, wie großzügig sich die Camper ihren Platz gönnen. Aber nicht jeder bringt ein eigenes Zelt mit, sondern lieber den gruppendynamischen Pavillon in die Mitte, Zelte drum herum und man schläft zu zweit, zu dritt unterm Nylondach.

Sicherheit wird ernst genommen. Das erfahren die Einwohner von Parookaville gleich an den 20 Eingangsschleusen. Jede Tasche, jedes Wurfzelt wird kurz untersucht. Die Anreisenden ertragen es mit Geduld und Verständnis. Zwar klagt ein Mädchen: „Die haben mir den Spiegel abgenommen! Wie soll ich drei Tage überleben?“, aber viele sehen ein, dass sie eben nichts aus Glas durch den Check-In bekommen. Das war ihnen ja schon bei der Buchung online erklärt worden und wird eben live umgesetzt. Sogar Parfumfläschchen – und es sind teure dabei – werden den Zugereisten abgenommen. Die können sie ins Auto zurück bringen.

Staunen über 1800 Quadratmeter Penny-Supermarkt

„Voriges Jahr war mehr Nutella und mehr Marmelade in Gläsern“, urteilt ein Ordner. Die Citizens haben dazugelernt. Es schaffte ja sogar der Penny-Supermarkt, alle Getränke nur in Plastikflaschen oder Dosen zu verkaufen – Wodka ohne Glasflasche wurde international gesucht und gefunden.

Die Camper machen sich kundig, staunen über 1800 Quadratmeter Penny-Supermarkt. Und über die sauberen Toilettenanlagen. „Die sind super, ohne Sch...“

 
 

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