Neues Konzept für das Klever Kombi-Bad

Stadtwerkechef Rolf Hoffmann freut sich über die Post vom Finanzamt.
Stadtwerkechef Rolf Hoffmann freut sich über die Post vom Finanzamt.
Foto: NRZ
Das lang ersehnte Schreiben des Finanzamtes liegt vor. Die Klever Stadtwerke wollen (und müssen) nun ein Familienbad errichten. Die Entscheidung zieht höhere Investitionen nach sich

Kleve..  Ein unscheinbarer Brief – und doch ist er für Kleve so wertvoll. Für Stadtwerkechef Rolf Hoffmann ist es das „Million-Dollar-Papier“. Ein kurzes Schreiben auf recyceltem Briefbogen vom Finanzamt Kleve, welches nun endgültig grünes Licht für den Bau des Hallenbades am Sternbusch gibt. Das Schreiben von der Emmericher Straße 182 bestätigt den Stadtwerken, dass der steuerliche Verbund weiterhin gilt. Die künftigen Betriebsverluste des Hallenbades können mit den Gewinnen der Stadtwerke verrechnet werden. Das spart dem Energieversorger satte 600 000 Euro im Jahr. Auf lange Sicht seien dies 20 Millionen Euro, so Hoffmann.

Eigentlich müsse er als Stadtwerkechef jetzt Freudensprünge machen oder ein Liedchen singen: „Aber die Natur hat mir das leider nicht mitgegeben“, so Hoffmann. Also mühte er sich redlich, seine gute Laune nicht zu verbergen: er sprach sogar übertriebenerweise von einer „Millennium-Entscheidung“.

Trotzdem gibt es auch einen Pferdefuß. Denn das Finanzamt gibt den Stadtwerken zwei wichtige Vorgaben an die Hand: Zum einen muss für die Strom- und Wärmeerzeugung ein Blockheizkraftwerk gebaut werden, welches den Bedarf des neuen Bades zu 120 Prozent abdeckt. Zum anderen muss nachgewiesen werden, dass das Heizkraftwerk wirtschaftlicher ist, als jede andere alternative Energie. Das Problem: Je größer das Kraftwerk, desto höher die Fixkosten.

Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, muss die Wärme des künftigen Blockheizkraftwerkes auch für das Badewasser genutzt werden. Doch die bislang angedachten zwei spröden Sportbecken werden da nicht ausreichen, da ein Heizkraftwerk in der verlangten Größenordnung sehr viel mehr Wärme produziert, als benötigt wird.

Es wird teurer

Daher legte Stadtwerkechef Rolf Hoffmann dem Aufsichtsrat auch ein neues Konzept für das Kombi-Bad vor. Waren bislang nur zwei Sportbecken vorgesehen, soll das Bad künftig mehr als Familienbad genutzt werden. Was das genau bedeuten soll, wollte Hoffmann noch nicht sagen. Es dürfte aber darauf hinaus laufen, dass die Wasserflächen im Hallenbad vergrößert werden und ein zusätzliches Becken geschaffen wird, in dem warme Wassertemperaturen benötigt werden. „Wir sind aber weit davon entfernt, das Ganze als Spaßbad zu bezeichnen“, so Hoffmann.

Mit der vom Rat der Stadt Kleve beschlossenen Grenze von 14,5 Millionen Euro werde man aber nicht hinkommen, so Hoffmann. Wie teuer es letztlich wird, werde aktuell von einem Fachbüro ermittelt. Hoffmann wollte keine Zahlen nennen. Auch über die erwarteten Besucherzahlen könne man keine verlässliche Aussage treffen.

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