Neue Partei – „Kein Rachefeldzug“

Am Sonntag, 12.01.2014, steht Britta Schulz vor dem Rathaus in Kalkar. Frau Schulz mšchte eine neue Partei in Kalkar gruenden. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
Am Sonntag, 12.01.2014, steht Britta Schulz vor dem Rathaus in Kalkar. Frau Schulz mšchte eine neue Partei in Kalkar gruenden. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
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Dr. Britta Schulz will bei der Kommunalwahl mit der neuen Partei „Forum Kalkar“ die absolute CDU-Mehrheit beenden. Ihr zur Seite steht dabei Norbert van de Sand.

Kalkar..  Überraschend kommt die Ankündigung nicht. Hatte doch das fraktionslose Ratsmitglied Norbert van de Sand bereits im NRZ-Interview Mitte letzten Jahres angekündigt, bei der Kommunalwahl 2014 nicht alleine antreten zu wollen. Jetzt könnte er die Plattform haben, nach der er gesucht hat. Denn Dr. Britta Schulz, wie van de Sand aus Hönnepel und auch CDU-Mitglied, ist „mit der Art und Weise, wie die CDU Politik macht, nicht mehr einverstanden“ – und will am 3. Februar eine Wählergemeinschaft gründen.

Erklärtes Ziel der Agrar-Wissenschaftlerin, seit 1998 CDU-Mitglied im Stadtverband und zuletzt Schriftführerin in ihrem Hönnepeler Ortsverband: Sie will die absolute CDU-Mehrheit in Kalkar beenden. Zwar sei die CDU schon ihre politische Richtung, sagt sie im NRZ-Gespräch, aber der „Umgang mit den Bürgern ist respektlos“, ärgert sich die 54-jährige Mutter von vier Kindern. Stichworte wie Marktplatz-Gestaltung, die Umnutzungs-Änderung in der Monre-straße (Geschäfte dürfen nicht zu Wohnungen werden), von der sie selbst betroffen ist, das Thema Feuerwehr: „Die CDU ist überheblich“ lautet ihr beinhartes Urteil über ihre Parteikollegen.

Allein tritt die gebürtige Mönchengladbacherin, die jetzt ein Parteiausschluss-Verfahren riskiert, nicht an. Ihr zur Seite steht Norbert van de Sand. Und nach seinen und Schulz’ Worten auch andere CDU-Kollegen, die sich bislang aber nicht geoutet haben.

Das müsste spätestens am 3. Februar ab 19.30 Uhr in der Kalkarer Gaststätte „Marktstübchen“ geschehen. Sieben Unterschriften sind dann notwendig, um die neue Partei namens „Forum Kalkar“ zu gründen.

Respektloser Umgang mit Bürgern

Es soll aber auch eine Abstimmung mit den Füßen werden, so Schulz. „Wenn da nicht mindestens 30 bis 40 Leute kommen, brauchen wir erst gar nicht anzutreten“, sagt sie. Ebenso wie van de Sand geht sie aber von einer großen Beteiligung aus. Dann müssten sich auch andere CDU-Mitglieder, die mit dem Forum Kalkar die eigene Mehrheit beenden wollen, zu erkennen geben.

Van de Sand, für den sie aber „keinen Rachefeldzug gegen die eigene Partei führen will“, so Schulz, ist jedenfalls optimistisch. „Die Zustimmung in der Bevölkerung ist überwältigend“, sagt er im NRZ-Gespräch. Auch, dass er nicht Vorsitzender der neuen Partei werden will.

Während CDU-Politiker die Entwicklung erst einmal beobachten wollen, stellte gestern Jürgen Wenten (FBK) klar: „Ein Bündnis mit dem Forum schließen wir zurzeit aus.“ Das sei zu „CDU-lastig“, deshalb auch keine Gefahr für seine Partei. Für Boris Gulan (FDP) ist das sowieso kein Thema. Wie glaubwürdig die, die fürs Forum kandidieren werden, letztlich sind, bleibe abzuwarten, sagt er. „Die CDU muss sich wohl daran gewöhnen, die Bürger mehr mitzunehmen“, kommentiert Rochem Reinkens (SPD) die Entwicklung.

 

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