Naturschützer für den Niederrhein

Die Naturführer für den Niederrhein.
Die Naturführer für den Niederrhein.
Foto: NRZ
17 Ehrenamtliche haben jetzt in Kranenburg eine Prüfung als Gebietsbetreuer abgelegt. Sie unterstützen unter anderem die Arbeit in der Düffel

Kranenburg.  In Kranenburg wurden jetzt 17 ehrenamtliche Personen ausgebildet, die sich stark für den Naturschutz am Niederrhein engagieren wollen. Als Schutzgebietsbetreuer werden sie künftig eng mit den Naturschutzstationen am Niederrhein zusammenarbeiten und aktiv für den Naturschutz einstehen. Die Ausbildung wurde vom LVR und dem Land NRW finanziert.

Die Teilnehmer haben eine breite Ausbildung erhalten. Themen waren u.a. rechtliche Grundlagen, Organisation des Naturschutzes in NRW, Umgang mit Konfliktsituationen, Landnutzungen, Artenkenntnis und Erfassungsmethoden. Neben der Theorie lernten die Teilnehmer in den Praxiseinheiten verschiedene Aufgaben der Schutzgebietsbetreuung kennen. Jetzt können die „Ehrenamtlichen offiziell loslegen und ihre Ärmel für den Naturschutz hochkrempeln: Ob es um die Durchführung von Pflegemaßnahmen, Präsenz im Gebiet, zusätzliche Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna oder das Melden von Störungen geht – es gibt eine Vielfalt an Aufgaben, mit denen die Ehrenamtlichen die Arbeit der hauptamtlichen Naturschützer ergänzen können. Kräftig mit angepackt haben die Ehrenamtlichen auch schon während der 30 Praxisstunden, die Teil der Ausbildung waren.

Heinz Pawelke, der im Naturschutzgebiet Kranenburger Bruch aktiv ist, hat sich schon lange dem Naturschutz verschrieben. Er läuft gerne durch das Schutzgebiet in seinem Heimatort und sieht dort nach dem Rechten. „Mit den zusätzlichen Beobachtungen von z.B. Silberreihern an ihren Schlafplätzen im Winter oder den seltenen Blaukehlchen in den frühen Morgenstunden kann ich die hauptamtlichen Schutzgebietsbetreuer sinnvoll unterstützen und kann nebenbei die einzigartige Natur am Niederrhein genießen!“ schwärmt Pawelke.

Er interessiert sich auch sehr für den geschichtlichen Hintergrund des Naturschutzgebietes und hat sich als Prüfungsthema den kulturhistorischen Hintergrund vorgenommen. Christoph Koster befasst sich im Kranenburger Bruch vor allem mit Neophyten (gebietsfremde Pflanzen). In dem Naturschutzgebiet gab es früher eine Gärtnerei. Die Herkulesstaude hat schon vor vielen Jahren ihren Weg aus der Gärtnerei in die sensiblen Schutzflächen gefunden. „Es ist nicht leicht, die Pflanzen dort wieder auszurotten. Das geht nur mit viel Manpower und durch jahrelange Fleißarbeit.“ Zusammen mit der hauptamtlichen Schutzgebietsbetreuerin Stefanie Heese und weiteren Ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuern war er schon viele Stunden im Einsatz, um die Problempflanze zu beseitigen.

Projektleiterin Nicole Feige und Jutta Klevesahl von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein sind zufrieden mit der Durchführung des ersten Ausbildungskurses und freuen sich über das großartige Engagement der Freiwilligen: „Wir haben viele neue Menschen für unsere Naturschutzarbeit gewinnen können. Begeistert setzen sie sich für den Naturschutz vor ihrer Haustür ein. Wir danken allen für ihre tolle Unterstützung und freuen uns auf eine langjährige gute Zusammenarbeit!“

Anfang 2017 wird es einen zweiten Ausbildungskurs geben. Interessierte können sich schon jetzt gerne bei der NABU-Naturschutzstation melden. Ansprechpartnerin ist Jutta Klevesahl, Telefon: 02826/91 87 61 21, jutta.klevesahl@nabu-naturschutzstation.de