Musiker liefen zum Prinzen über

Prinz Michael und Bürgermeister Brauer als Hauptmann von Köpenick vereint im „Helau“
Prinz Michael und Bürgermeister Brauer als Hauptmann von Köpenick vereint im „Helau“
Foto: kds
In Kleve tanzte Theo Bauer. Politiker vereint. Bürgermeisterwahl: „Wenn wir nichts werden, gehen wir nach Kalkar. Da darf ja jeder kandidieren“

Kleve..  Rhythmisch wurde diesmal der Kampf um den Rathausschlüssel in Kleve ausgefochten – im Festzelt. So heftig, dass die Wände wackelten. Bürgermeister Theo Brauer holte sich Unterstützung von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Kleve und dem Materborner Spielmannszug. Prinz Michael, der Rhythmische, setzte auf das Tambourcorps Hasselt-Qualburg, dessen Tambour-Major er ist. Da ging es Karnevalshit um Karnevalshit. Theo Brauer war bestens aufgelegt. Als Hauptmann von Köpenick tänzelte er über die Bühne, tanzte mit SPD-Chefin Petra Tekath und ließ das Narrenvolk dirigieren. Doch dann ging es um die Macht. Als er selbst mit dem Rathaus-Schlüssel als Taktstock dirigierte, liefen immer mehr Musiker zum Prinzen über. Er sollte „Alte Kameraden“ dirigieren, aber es kam „St. Martin“ heraus. Prinz Michael bewies, dass er es drauf hat, auf den Takt genau. „Wenn dat Trömmelsche ruft“ – da war’s dann um alle Musiker geschehen. Brauer zog den Köpenick-Uniform aus: „Schuster, blieb bei deinen Leisten“ und überreichte den Schlüssel an den Chef der fünften Jahreszeit.

Ob nun Rathaus oder Zelt – die Stimmung war prächtig. Auf der Bühne des KRK wirbelten die Tanzmariechen. Das Tanzgefolge des Prinzen füllte mit Nixen und Sternchen in vier Reihen die große Bühne des Zeltes und machten das Sessionsmotto zu Bewegung: „Rhythm’ is a Dancer“.

Dass Karneval Grenzen überschreitet, hatten auch die Verteidiger an Theo Brauers Seite gezeigt: Arm in Arm gingen Rot-Schwarz Josef Gietemann (SPD) und Aloys Hermanns (CDU) zur Bühne, Gelbe und Rote traten sozialliberal im Einheitsdress (natürlich Rot, aber mit Musik) an. Die CDU-Fraktion heizte unter Taktgeber Wolfgang Gebing zu Beginn noch mit Schlachtgesängen zur aufgeblasenen Luftgitarre ein und die Grünen waren im Schwarz-Grünen-Dress gekommen. Sie witzelten über die Bürgermeisterwahl: „Wenn wir nichts werden, gehen wir nach Kalkar“, denn „Da darf ja jeder kandidieren“, so Grünen-Chefin Hedwig Meyer-Wilmes. Doch vor einmarschierenden Karnevalisten der Quaker und Funker sank der Mut der Ratsleute. Sie gaben auf.

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