Mirjam Pressler liest im Gymnasium Emmerich

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler liest auch in Emmerich.
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler liest auch in Emmerich.
Foto: WAZ FotoPool
Die Jüdischen Kulturtage 2015 im Kreis Kleve beginnen am 22. Februar. Angekündigt sind große Namen und vielseitige Veranstaltungen.

Emmerich..  Musik, Filme, Lesungen und Ausstellungen – gleich vierzehn Veranstaltungen in Kleve, Emmerich, Goch und Bedburg-Hau dokumentieren ab dem 22. Februar heutige jüdische Kultur. „Vor 1933 hat es keine Jüdischen Kulturtage gegeben, weil es dafür keinen Anlass gab“, sagt Ron Manheim. Er sorgte 2001 dafür, dass sich das Museum Schloss Moyland an den Jüdischen Kulturtagen beteiligte. Diese finden alle vier Jahre im Rheinland statt. Inzwischen sind die 355 vielfältigen Veranstaltungen längst ein Selbstläufer.

Gerichtet sind sie bewusst auf Gegenwart und Zukunft. „Angekommen“ lautet das Motto. Im Umkehrschluss bedeutet das: „Wir waren ja nicht immer da.“ So formuliert das Ron Manheim. „Die Kulturtage sind ein Schaufenster für die Lebendigkeit und den aktuellen Zustand der jüdischen Kultur“, sagt Organisator Thomas Ruffmann von der VHS.

Die Lebendigkeit zeigt sich zum Beispiel im Film. Ganz im heutigen jüdischen New Yorker Milieu ist John Turturros Komödie „Plötzlich Gigolo“ mit Woody Allen angesiedelt (1. März in den Tichelpark Kinos). Und am 15. März läuft hier eine preisgekrönte Dokumentation über zwei jüdische Geschwister, die plötzlich Familienangehörige entdecken. Der lakonische Titel: „Schnee von gestern“. Im PAN in Emmerich wird am 21. März um 19.30 Uhr der Film „Die Wohnung“ gezeigt.

Die Literaturveranstaltungen warten mit großen Namen auf. Am 8. März liest Bestsellerautor David Safier („Mieses Karma“, „Muh“) im Museum Schloss Moyland. „Er erreicht auch ein junges Publikum“, schwärmt Ruffmann. Mirjam Pressler, Autorin von mehr als 30 Kinder- und Jugendbüchern, ist gleich mehrfach zu hören. „Sie war vor vier Jahren bereits zu Gast am Stein-Gymnasium“, berichtet die Lehrerin Desirée Menne. „Die Schüler hingen an ihren Lippen.“ Grund genug, die Autorin noch einmal nach Kleve zu holen. Am 6. März um 11.50 Uhr liest sie im Willibrord-Gymnasium in Emmerich.

Die beiden Konzerte Ende Februar spiegeln die Bandbreite jüdischer Musik. Das Duo Brillaner gastiert am 26. Februar im Rahmen der Städtischen Konzerte in der Stadthalle. Es spielt Musik der Romantiker ebenso wie Musik des israelischen Komponisten Paul Ben-Chaim, der aus München stammt. Das Trio Monique Lansdorp, Rolinha Kross und Haytham Safia nimmt sich am 28. Februar auf dem Meyerhof der „Rosen in Nachbars Garten an“. Die Weltmusiker veranstalten am 8. März zudem einen Workshop im VHS-Haus.

Extra aus Anlass der Jüdischen Kulturtage hat das Museum Goch seine Ausstellung zum Künstler und Erfinder Hans Weil verlängert. Die Kalkarer Künstlerin Eva Maria Sand zeigt ab dem 23. Februar im VHS-Haus Graffiti, Scherenschnitte und Frottagen in der Tradition jüdischer Volkskunst. Auch hierzu gibt es einen Workshop, und zwar am 7. März. Weitere Informationen enthält eine Broschüre, die jetzt ausliegt, oder im Internet auf: www.juedische-kulturtage-rheinland.de.

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