Mehr Freiheiten auf dem Friedhof

Immer weniger Menschen wollen in Goch in einem Sarg beerdigt werden.
Immer weniger Menschen wollen in Goch in einem Sarg beerdigt werden.
Foto: NRZ
Goch will sich der stark geänderten Beerdigungskultur anpassen.Neue Wiesengrabfelder sollen die Urnenbestattung billiger machen

Goch..  Immer weniger Menschen wollen sich im Sarg beerdigen lassen. Die Nachfrage nach Reihengräber für eine Sargbestattung sind in Goch in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgegangen. Wurden in 2010 noch 150 Erdbestattungen im Jahr durchgeführt, sind es in der ersten Hälfte dieses Jahres gerade mal knapp über 50 Erdbestattungen gewesen. Dafür hat die Zahl der Urnenbestattungen deutlich zugenommen.

Weniger Pflege gewünscht

Diese Entwicklungen rufen die Stadt Goch auf den Plan, über die künftige Nutzung der städtischen Friedhöfe in Goch und Nierswalde nachzudenken. Wolfgang Jansen, Leiter der Vermögensbetriebe, stellte nun im Bauausschuss den Mitglieder einen Überblick über die Entwicklungen des Friedhofwesens vor. Jansen kündigte an, dass man in Zukunft stärker den geänderten Bestattungswünschen der Bürger Rechnung tragen wolle. So sollen Wiesenurnengräber in Goch errichtet werden, in Nierswalde sollen Baumbestattungen möglich sein und die Urnenbestattungen sollen in Pflegegräber aufgenommen werden. Als zusätzliche Dienstleistung sollen künftig Beisetzungen auch am Samstag möglich sein. „Die Beerdigungskultur hat sich stark gewandelt“, sagt Jansen. Die Tendenz sei eindeutig: Weg vom Wahlgrab, welches selbst gepflegt werden muss, hin zum Wiesengrab.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Gocher Bürgern sei deutlich geworden, dass sich viele mehr Individualität für die Wiesengräber wünschen. Bislang fehlt hier die Möglichkeit Blumen abzulegen oder eine Kerze aufzustellen. Auch hier wolle man dem Bürger noch stärker entgegenkommen und eine Ablagestelle für Blumen schaffen. Alte Grabestellen wolle man künftig für Urnengräber nutzen.

Neues Wiesengrabfeld

In Goch gibt es derzeit auch keine Unterscheidung zwischen einem Urnenwiesengrab und einem Sargwiesengrab. Wer in einer Urne beigesetzt wird, muss bislang noch das Nutzungsrecht für die Größe eines Erdbestattungsgrabes kaufen, was deutlich teurer ist. Jansen schlägt daher vor, ein Wiesengrabfeld für Urnen anzulegen. Hierfür müsste dann auch die Gebührensatzung mit der Einführung günstigerer Tarife geändert werden.

Als Alternative zu Wiesengräbern für Urnen sollen auch Urnenpflegegräber eingeführt werden. Diese könnten dann auch bepflanzt werden. Jansen sieht hier die Möglichkeit mehrere auslaufende Grabstellen oder größere Familiengräber zu nutzen. Der Waldfriedhof in Nierswalde soll sogar erweitert werden. Hier denkt Jansen über einen Bestattungswald im hinteren Friedhofsbereich nach Auch eine Sanierung der Friedhofshalle steht künftig an.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel