Mehr als nur Verwaltung

Birgit Mosler will in Kalkar Bürgermeisterin werden. SPD und FDP unterstützen sie.
Birgit Mosler will in Kalkar Bürgermeisterin werden. SPD und FDP unterstützen sie.
Foto: NRZ
Birgit Mosler ist die Charmeoffensive der SPD in Kalkar. Die unabhängige Kandidatin möchte aber vor allem mit Bürgernähe und Inhalten die Bürgermeisterwahl gewinnen

Kalkar..  „Ein Bürgermeister muss mehr können als nur Verwaltung. Er muss die Bürger mitnehmen, ein Wir-Gefühl entwickeln. Dann kann viel geschehen.“ Diese Sätze von Birgit Mosler hat man in den vergangenen Wochen bereits häufiger gehört. Bürgernähe, Transparenz, gemeinsam etwas entwickeln: Klingt gut, aber auch schnell abgedroschen und verbraucht. Bei Birgit Mosler ist das anders. Bei ihr schwingt wirkliche Überzeugung mit und es klingt authentisch wenn sie sagt: „Ich möchte in Kalkar wirklich etwas bewegen.“

Nicht nur meckern

Und das kann sie. Mit der Umsetzung des Dorfladens in Grieth hat die Hochschuldozentin bewiesen, dass sie nicht nur hinterm Schreibtisch sitzen und Konzepte ausarbeiten kann, sondern diese auch wirklich umsetzt. Mosler begeistert, bindet Menschen ein und organisiert. Sie hat einen langen Atem und geht überlegt an ihre Projekte heran: „Wenn man es schafft, dass die Menschen sich für ihre Stadt einsetzen, dann kann man eine ganze Menge auf die Beine stellen.“

Wichtig sei es, die Bürger wirklich einzubinden, ihnen klar zu machen, dass Bürgerprotest und Meckerei alleine nicht reichen. „Man muss die Bürger begleiten und sie für eine Sache gewinnen. Man muss ihnen die Chancen aufzeigen. Dann sind sie auch bereit, sich zu engagieren.“

Birgit Mosler kommt aus Westfalen und lebt seit 1998 mit ihrem Mann und zwei Kindern im Zentrum von Grieth. Sie ist gelernte Baumschulgärtnerin und hat Gartenbau studiert. Heute arbeitet sie als Projektkoordinatorin an der Fakultät „Kommunikation und Umwelt“ der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort.

Ein Kernthema sieht sie in Schule und Bildung. Hier findett sie in Kalkar noch viel Gestaltungsraum. Als Mutter bekommt sie die Entwicklung hautnah mit: „Kalkar hat hier in den vergangenen Jahren ziemlich gepennt. Wir haben uns viel zu lange an das dreigliedrige Schulsystem geklammert. Mittlerweile sehen wir die Gesamt- und Sekundarschulen an anderen Orten. Was wir brauchen, ist ein Konzept für die Zukunft. Wie soll sich das Schulzentrum weiter entwickeln? Viele Optionen haben wir uns schon verbaut. Wir müssen uns fragen, welche pädagogischen Konzepte wir haben und was die Eltern überhaupt wollen. Diese Entwicklung wird für die Politik nicht schmerzfrei sein“, sagt Mosler. Denn sinkende Schülerzahlen werden auch den Schulstandort Kalkar unter Druck setzen.

Wichtig ist für Mosler auch ein weiterer Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit. „Es wird für die kleineren Kommunen immer schwieriger, sich zu entwickeln. Fördergelder bekommt man nur noch, wenn man zusammenarbeitet – ähnlich wie wir dies nun im Leader-Projekt mit Kleve und Bedburg-Hau tun. Wenn wir Fördergelder bekommen wollen, müssen wir uns als Region begreifen.“

Die öffentlichen Kassen in Kalkar sind klamm. „Aber Kalkar ist nicht die einzige Stadt, die mit einer schwierigen Finanzsituation zu kämpfen hat. Da müssen wir schauen, welche Gestaltungsspielräume es gibt und wie wir diese ausbauen können.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien könnte ein Weg sein. „Die Windkraft müssen wir weiter etablieren“, sagt Mosler.

Mehr Tourismusförderung

Im Bereich Tourismus können man für Kalkar noch eine Menge mehr machen. Die Darstellung im Internet müsse optimiert werden und auch das Angebot an Radwegen und die Einbindung der Ortschaften müsse noch intensiviert werden. Kalkar sei eine wunderschöne Stadt und dieses Bewusstsein müsse man in die Köpfe bringen: „Kalkar benötigt eine Identität“.

EURE FAVORITEN