Luftiges „Rathaus 24“ eröffnet

Max Knippert hatte bei der Eröffnung seines Kunstwerks „Rathaus 24“ auf dem Minoritenplatz ein interessiertes Publikum.
Max Knippert hatte bei der Eröffnung seines Kunstwerks „Rathaus 24“ auf dem Minoritenplatz ein interessiertes Publikum.
Foto: Christoph Karl Banski
Max Knipperts Installation „Rathaus 24“ auf dem Klever Minoritenplatz ist vollbracht und offiziell eröffnet. Die Diskussionen sollen jetzt erst richtig ihren Lauf nehmen

Kleve..  Theo Brauers Bürgermeister-Tür hat sich Künstler Max Knippert noch aufgespart. Denn nur 60 der insgesamt 80 Türen aus dem alten Rathaus wurden für die Installation „Rathaus 24“ verbaut. Am Samstag wurde das „Türen-Gebäude“ offiziell eröffnet. Vertreter der Parteien, darunter auch Kleves stellvertretender Bürgermeister Joachim Schmidt, kamen - und staunten. „Kleve ist wahrhaftig nicht arm an Kunstereignissen“, lobte Joachim Schmidt und sprach, an den Künstler gerichtet, von einem beachtenswerten Erfolg, die Aufbaugenehmigung für das „Gebäude“ erhalten zu haben. „Aber politische Entscheidungen werden wohl hier nicht getroffen“, stellte Schmidt abschließend fest.

Ein Rathaus aus 60 Türen

Nach oben hin offen, kreisförmige Eingänge und Fenster – alles in Grün-Weiß gehalten, mittig mit einem Türen-Tisch aus den „besseren“ Rathaus-Etagen, so präsentiert sich der kommunikative Ort. Und Künstler Knippert ist begeistert von der handwerklichen Unterstützung, die ihm während seiner Arbeitsphase aus der Bevölkerung zukam. „So richtig zum Arbeiten kam ich schon während der Aufbauphase nicht“, erklärte Max Knippert, der sich mit der Installation mit der Historie der Unterstadtbebauung und des Klever Rathauses auseinandersetzt. So gab es während seiner „Bauphase“ immer wieder Diskussionen zum Rathaus-Neubau und zur Minoritenplatz-Gestaltung. Die können in den nächsten Tagen rund um die Uhr fortgesetzt werden.

„Offen, tolerant und neugiereig“

„Max Knippert hat sich selbst übertroffen“, hieß es vom Kurhaus-Museum-Direktor Prof. Harald Kunde. Es sei ein durchlässiger Raum geschaffen worden, dessen quadratische Bauweise viel Luft für neue Ideen lasse, so Kunde. Und Gilbert Scheuß vom Bundesverband bildende Kunst, der mit seinem Caravan-Projekt in der Schwanenstadt derzeit Station macht, forderte auf, „offen, tolerant und neugierig“ zu sein.

Während viele mit Wasser, Bier und O-Saft auf das neue „Rathaus 24“ anstießen, schauten sich andere ein Stückchen weiter, etwa auf den Türen des ehemaligen Sitzungssaales 117 oder den Damen- und Herrentoiletten, die Rathaus-Entwicklung der vergangenen Zeit an. Und ganz andere versetzte es in einen Wipp-Zustand. Denn in großen Lettern stand auf einer Schaukel-Bank, ebenfalls aus Türen zusammengezimmert, geschrieben: „Volksbank 24“. Das ließ den ein oder anderen im Hinblick auf den Neubau des Bankinstitutes an der Spoy schmunzeln.

 
 

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