Lorena Kadriu war die Beste

Kleve..  Zu den ausgestorbenen Arten zählt die Leseratte ganz offensichtlich nicht. Ihr Lebensraum, das Buch aus Papier und Druckerschwärze, steht auch in Konkurrenz zu elektronischen Medien auch bei jungen Menschen immer noch ziemlich oben auf der Hitliste. Den Beweis dafür lieferte der gestern im Kolpinghaus veranstaltete Regionalentscheid des 54. Vorlesewettbewerbs, den seit 1959 der Börsenverein des Deutschen Buchhandels alljährlich ausrichtet. Neun Mädchen und ein Junge (zwei Kinder fehlten wegen Krankheit) kreuzten die Klingen und lieferten sich einen spannend-sportlichen Leserattenwettkampf. Zozan Akdemir (Kevelaer), Hannah Berntsen (Emmerich), Lissi Doppstadt (Rees), Lorena Kadriu (Kleve), Maja Marbach (Kleve), Marie Laure Mertens (Emmerich), Marleen Pooth (Kalkar), Justin Röder (Kleve), Ida Seven (Goch) und Alyssa Verheyen (Kevelaer) – allesamt Schulsieger aus dem Nordkreis Kleve, die Ende des letzten Jahres gegenüber ihrer Klassen- und Schulkonkurrenz erfolgreich waren.

Sigrun Hintzen von der ausrichtenden Buchhandlung Hintzen in Kleve: „Alle Teilnehmer sind Lobbyisten für das Lesen und das Vorlesen, sie sind Botschafter des Lesens, die ihre Mitschüler, Geschwister und vielleicht auch die Eltern Interesse für das Buch vermitteln können.“

Keine leichte Aufgabe für die kompetente Jury mit Dr. Claudia Gronewald (NRZ Kleve), Elisabeth Verhoeven (WDR- und SWR-Rundfunksprecherin), Elisabeth Winkels (Vorleserin), Malcolm Lichtenberger (Schauspieler „Theater im Fluss“) und Jens Neumann (Leiter Stadtbücherei Kleve), einen Sieger zu küren. Nach einem Warm-up durch Elisabeth Verhoeven – sie las aus „Pu der Bär“ von Alan A. Milne – begann die Kür des Wettbewerbs: jedes Kind stellte in drei Minuten einen Text aus eigener Wahllektüre vor. Über Vampire und vom ganz normalen Leben, aus Mystery-Büchern und von den Nöten heranwachsender Kinder erzählten die kurzen Ausschnitte, die mit Engagement vorgetragen wurden. Nach der Pause folgte das Pflichtprogramm. Aus dem Roman „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke musste jedes Kind zwei Minuten lang einen Text lesen. Diese fremden, unbekannten Passagen ergänzten sich wie in einem Staffellauf – der Text wurde von Vorleser zu Vorleser fortgesetzt.

Jedes teilnehmende Kind erhielt aus den Händen der Jury, die um ihre Aufgabe nicht zu beneiden war, eine Urkunde und das Buch „Wir können alles gewinnen oder verlieren.“ Die ersten drei Plätze wurden nach dem Votum der Jury wie folgt vergeben: dritter Platz für Hannah Berntsen aus Emmerich, zweiter Platz für Maja Marbach aus Kleve, die neben der Urkunde ebenfalls einen Buchpreis erhielten. Zum Bezirksentscheid im Frühjahr fährt Lorena Kadriu, die nach Ansicht der Jury die beste Vorleseleistung erbrachte.

 
 

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