Kreisverwaltung äußert Bedenken

Am Kartenspielerweg wurden bereits für eine Zufahrt Bäume gefällt, obwohl noch keine Befreiung vorlag.
Am Kartenspielerweg wurden bereits für eine Zufahrt Bäume gefällt, obwohl noch keine Befreiung vorlag.
Foto: NRZ
Durch die Errichtung von zwölf Windkraftanlagen im Reichswald ergebe sich „eine Konzentration von Beeinträchtigungen“. Schutz des Waldes sollte Vorrang haben

Kranenburg..  Die Klever Kreisverwaltung hat grundsätzliche Bedenken gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Kranenburger Reichswald. Dies geht aus einer Stellungnahme des Kreises zur Regionalplanfortschreibung vom 25. Februar 2015 hervor. Darin heißt es: „Auch gegen die Darstellung von Windkraftanlagen im Reichswald bestehen Bedenken. [...] Durch die großflächige Darstellung von Windenergiebereichen im Reichswald ergibt sich eine Konzentration von Beeinträchtigungen, gegen die vorsorglich Bedenken geäußert werden.“

Beeinträchtigungen

Die Planer müssten besonders darlegen können, aus welchen Gründen die Schaffung des Windparks im Reichswald erforderlich ist. Zudem müssen Beeinträchtigungen möglichst ausgeschlossen werden und unvermeidbare Beeinträchtigungen „durch verkleinerte Bereichsdarstellungen“ minimiert werden, so die Kreisverwaltung.

Der Schutz des Waldes müsse Vorrang haben gegenüber Nutzungen, die zu nachhaltigen Beeinträchtigungen des Ökosystems Wald führen können.

Sehr kritisch sieht auch Ute Sickelmann, Grünenpolitikerin und Mitglied des Regionalrates, die Planungen: Die großen Erdbewegungen und das Abholzen der Bäume würden zu großen Schäden führen. „Der Verlust im Wald ist hoch“, so Sickelmann.

Auch Karl-Heinz Burmeister, Vertreter des BUND, ist mit den Planungen nicht einverstanden. „Wir sind als Naturschutzverbände noch nicht gehört worden“, so Burmeister. „Der Reichswald ist für uns keine Zone, wo Windkraftanlagen installiert werden können. Eine Windkraftanlage ist eine Industrieanlage, so muss man das sehen. Die Anlagen, die jetzt in Kranenburg errichtet werden sollen, besitzen einen Größe, die wir im Kreis Kleve noch gar nicht kennen. Dagegen sind die Windräder in Uedem Spielzeuge.“

Konzentrationsflächen

Burmeister rät dringend dazu, die Errichtung von Konzentrationsflächen nicht den einzelnen Kommunen zu überlassen, sondern über den Regionalplan auf übergeordneter Ebene zu regeln – ähnlich wie dies auch bei Auskiesungsflächen geschehe. Jede Kommune habe jetzt nur ihre Gewerbesteuer im Sinn: „So ein Windpark kann eine kleine Kommune wie Kranenburg nicht steuern.“

Überraschenderweise hat der Forst bereits Bäume für eine Zufahrt zur Aufstellung eines 140 Meter hohen Windmessmastes am Kartenspielerweg gefällt. In den Ausschussunterlagen der unteren Landschaftsbehörde ist nachzulesen, dass dies „ohne Befreiung“ geschehen sei.

Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins sagt hierzu: „Ja, das ist blöd gelaufen.“ Der Forst habe die Bäume gefällt, weil man dies vor dem 28. Februar habe machen müssen.

EURE FAVORITEN