Kreis senkt Eigenkapital um 40 Prozent

Andreas Gebbink

Kreis Kleve.  Der Kreis Kleve hat für das Haushaltsjahr 2014 jetzt eine Wertberichtigung der RWE-Aktien vorgenommen. Damit reagiert der Kreis auf die dauerhaft niedrigeren Kurswerte des Unternehmens. Die Wertberichtigung der Aktien hat zur Folge, dass das Eigenkapital des Kreises, welches sich aus der Allgemeinen Rücklage und der Ausgleichsrücklage zusammensetzt, um 82,1 Millionen Euro reduziert wird. Die Wertberichtigung wird in der Bilanz über die Allgemeine Rücklage vorgenommen, die dann von einst 160 Millionen Euro auf 78 Millionen Euro zusammenschrumpft. In der Bilanz verringert sich das Eigenkapital um 40 Prozent von 205 Millionen Euro auf 122 Millionen Euro.

Spreen: Keine negativen Folgen

Landrat Wolfgang Spreen erklärt im Gespräch mit der NRZ, dass diese Wertberichtigung keine unmittelbaren negativen Folgen für die Haushaltsführung habe, bis auf die Tatsache, dass das Vermögen deutlich geringer wird. Die Berichtigung sei ein rein buchungstechnischer Vorgang, es fließe kein Geld. Auch habe der Kreis durch das geringere Eigenkapital keine Nachteile bei Kreditgeschäften zu erwarten. „Dies kann ich ausschließen“, so Spreen. Die Wertberichtigung des Vermögens über die Allgemeine Rücklage ist durch eine Sonderregelung in der Gemeindehaushaltsverordnung möglich.

Spreen möchte die Wertberichtigung des Aktienkapitals nicht als ein Eingeständnis verstanden wissen, dass man die Hoffnung auf den RWE-Konzern aufgegeben habe. Er sieht nach wie vor gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Energieriesen. „Es gibt immer noch eine sehr hohe Expertise u.a. auf dem Gebiet der Stromspeicherung“, sagte Spreen. Das Unternehmen werde sich wieder erholen. Nach der Neustrukturierung der RWE bleibe der Kreis Aktionär des „alten“ Unternehmens, aber auch des neuen Unternehmens zur Gewinnung erneuerbarer Energien.