Krankenhaus in Nimwegen wirbt um deutsche Patienten

Die Sankt Maartensklinik in Nimwegen öffnet sich für deutsche Patienten.
Die Sankt Maartensklinik in Nimwegen öffnet sich für deutsche Patienten.
Foto: NRZ
Die Sint Maartensklinik in Nimwegen öffnet sich für deutsche Patienten. Krankenhaus ist spezialisiert in Orthopädie, Rheumatologie und Rehabilitation.

Nimwegen.. Sich in einem niederländischen Krankenhaus behandeln zu lassen, ist für Patienten aus dem Kreis Kleve oft noch ein undenkbarer Schritt. Viele Fragen sind damit verbunden: Bekomme ich eine gute medizinische Versorgung? Ist die niederländische Sprache nicht ein großes Problem? Zahlt meine Krankenkasse auch die Leistungen? Was ist, wenn es zu Komplikationen kommt? Eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung – die von Politik, Krankenkassen, Patientenvertretungen und Kliniken oft ausdrücklich gewünscht wird – ist in der Praxis alles andere als selbstverständlich.

Einen neuen Versuch startet jetzt die Sankt Maartensklinik in Ubbergen bei Nimwegen. Das Krankenhaus richtet sich mit einer neuen Kampagne anlässlich des 80jährigen Bestehens gezielt an deutsche Patienten. Die Maartensklinik ist spezialisiert auf den Gebieten Orthopädie, Rheumatologie, Schmerztherapie und Rehabilitation und ist eine führende Adresse in den Niederlanden auf dem Gebiet der spezialisierten Orthopädie. Wenn es wirklich kompliziert wird, dann werden die Spezialisten aus Nimwegen hinzu gerufen.

Das Personal spricht deutsch

Mark Stegemann ist orthopädischer Chirurg, spricht ein einwandfreies Deutsch und weiß um die Hürden in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Er betont, dass auf allen Abteilungen seiner Klinik viele Mitarbeiter deutsch sprechen, vom behandelnden Arzt bis zum Pflegepersonal. Denn gerade das Arzt-Patienten-Verhältnis werde in der Maartensklinik sehr groß geschrieben. Im vergangenen Jahr wurde das Hospital als patientenfreundlichstes Krankenhaus in den Niederlanden ausgezeichnet und es gibt viele Prozesse, die man ganz auf den Patienten abgestimmt habe: Patient und Arzt begegneten sich auf gleicher Augenhöhe, so Stegemann. „Wir erklären die Eingriffe, zeigen Behandlungs-Alternativen und versuchen so deutlich und so verständlich es geht mit dem Patienten zu reden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese offene Kommunikation sehr geschätzt wird. Der Patient entscheidet am Ende selbst, wie er behandelt werden möchte“, erzählt Mark Stegemann.

100 deutsche Patienten haben im vergangenen Jahr den Weg nach Nimwegen gefunden. Viele nutzen hier die rheumatologische Abteilung, die Behandlungen von Osteoporose, systemische Sklerose, Bechterew oder Artrose oft ambulant durchführt. „Ein wichtiger Ansatz ist hier die Vermeidung von Medikamenten. Wir möchten, dass der Patient so schnell wie möglich die Medikation abbaut“, so Stegeman. Im Krankenhaus integriert ist auch eine Apotheke, die eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeitet. Da die meisten Formen des Rheumatismus zwar behandelbar aber nicht heilbar sind, gibt es in der Maartensklinik auch eine Spezialabteilung für das Thema Schmerztherapie.

Orthopädische Spezialisten

Spezialisiert ist das Krankenhaus im Bereich der Orthopädie. Auf jedem Gebiet habe man spezialisierte Chirurgen: Hand, Fuß, Knie, Hüfte. Gerade im Bereich der Hüft- und Knieoperationen sei die Klinik in den Niederlanden führend. „Wir richten uns auf komplexe Eingriffe, wie Querschnittslähmungen oder Hüft-Operationen, und dafür wollen wir eine Alternative für Menschen in der Grenzregion bieten“, sagte Stegemann. Wer sonst nach Düsseldorf oder Essen müsse, für den sei Nimwegen mitunter die bessere Lösung. Binnen eines Monates könne man einen Termin bekommen. Die Qualität des Hauses werde fortlaufend geprüft.

Einen großen Umfang nimmt auch das Thema Rehabilitation ein. Entscheidend sei, dass sich die Patienten wieder zeitig bewegen. Für die Stimulierung des Bewegungsapparates stehen modernste Mittel zur Verfügung. Lise Wilders präsentiert den so genannten Grail – ein Laufband mit angeschlossener Leinwand. Bis zu 45 Minuten laufen die Patienten auf dem Band und wähnen sich beim Blick auf den großen Bildschirm im Wald oder werden dazu animiert Aufgaben zu lösen. Auch eine eigene Sporthalle und ein Fittness-Raum sollen die Patienten so schnell wie möglich wieder auf die Beine stellen. Spezielle Roboter und Spezialstühle helfen selbst Patienten nach schwersten Wirbelsäulen-OPs dabei, sich langsam zu bewegen.

Die Gips- und Wundversorgung ist auf die chirurgischen Eingriffe abgestimmt. Helmie Cornelissen zeigt die Möglichkeiten in ihrer Abteilung: Kunststoffschienen aus dem 3-D-Drucker oder eine Wundversorgung von Diabetes-Patienten gehören hier zum Alltag. Auch für die Diagnose stehen im Klinikum modernste Geräte zur Verfügung . In der Radiologie arbeitet Teamchef Marco Hinderks mit insgesamt 30 Mitarbeitern, darunter fünf Radiologen. Neben drei Röntgengeräten, zwei Echokammern und zwei starken Magnetresonanztomografen.

 
 

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